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Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) 27./28. April 2018, Hamburg

Demokratie und Soziale Arbeit Teilhabe, Solidarität und bürgerschaftliche Identifikation in einer pluralen Gesellschaft Soziale Arbeit ist historisch eng mit Fragen von Demokratie und Teilhabe verbunden. Sie verstand sich als wohlfahrtsstaatliche Antwort auf die potenzielle soziale Desintegration von Individuen, Familien und Bevölkerungsgruppen. Und sie stand auch immer wieder in Verbindung mit sozialen Bewegungen, die Demokratie und gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen eingefordert haben. In ihrer professionellen Rolle setzte sie sich für die Stärkung der Perspektive von Bürgerinnen und Bürgern ein. In diesem Kontext erhebt Soziale Arbeit den Anspruch, in ihren Angeboten und Institutionen Orte zu schaffen, an denen Demokratie, politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe verwirklicht und gefördert werden. Aktuell muss sie sich als Profession und Disziplin jedoch auch die Frage stellen, ob sie diesen Anspruch noch so umfassend realisieren und gestalten kann, ob sie dafür die geeigneten programmatischen und konzeptionellen Ansätze aufweist. Es ist ferner zu diskutieren, ob die nötigen gesellschaftlichen Bedingungen und institutionellen Strukturen vorzufinden sind – dies vor dem Hintergrund einer sozialen Rahmung, in der, entgegen wohlfahrtsstaatlicher Prinzipien, sozialpolitische Entscheidungen getroffen werden, bei denen soziale Gerechtigkeit gegenüber ökonomischen Erwägungen und Argumentationen an Bedeutung verliert. Soziale Probleme wie Armut oder Arbeitslosigkeit werden dabei als individuelle Bewältigungsleistungen konstruiert und ihre strukturellen Ursachen verdeckt, Fragen sozialer Gerechtigkeit zunehmend dethematisiert. Es geht also darum, durch Partizipation ein solidarisches Miteinander zu kultivieren, den Anliegen marginalisierter Bevölkerungsgruppen (wieder) eine Stimme zu geben. Die Regierungsform der Demokratie gerät in ihrer westlichen Ausprägung zunehmend unter Druck. Es gibt Menschen, die sich von den politischen Institutionen und gewählten Vertreter_innen nicht hinreichend repräsentiert fühlen. Die damit einhergehende Unzufriedenheit gibt Raum für populistische Kräfte und stellt damit auch die tradierten Formen von Teilhabe und Mitgestaltung in Frage. Aber der Unmut richtet sich aktuell auch immer wieder gegen eine zunehmend empfundene soziale Unsicherheit und Unübersichtlichkeit sowie die moderne vielfältige und offene Gesellschaft. Rechtspopulistische Kräfte kanalisieren diesen Unmut, suggerieren einfache Lösungen für die komplexen Fragen der Moderne und die Möglichkeit einer Rückkehr zu einer weniger unübersichtlichen Gesellschaft. Verteilungsfragen werden in kulturelle Fragen umgedeutet und führen zu Aus- und Abgrenzungen gegenüber konstruierten Gruppen. Demokratiegefährdende Äußerungen, Einstellungen und Handlungen werden zunehmend unüberhörbar, tradierte rassistische Einstellungen gewinnen an Wirkmächtigkeit verbunden mit einer Zunahme entsprechender Übergriffe gegenüber Andersdenkenden und vermeintlich schwächeren Bevölkerungsgruppen. Parallel zeigt sich aber auch eine höchst lebendige Zivilgesellschaft im Engagement für Vielfalt und Offenheit. Dabei ist ein anhaltend hohes Potenzial an bürgerschaftlichem Engagement und an sozialem Zusammenhalt feststellbar, das aktuell in den vielen neuen und bestehenden Projekten, Organisationsformen und bürgerschaftlichen Initiativen sichtbar wird.        Im Rahmen von Sozialer Arbeit sind Konzepte politischer Partizipation und gesellschaftlicher Teilhabe entwickelt und werden umgesetzt. Neue Formen der Beteiligung, auch an Hilfeprozessen in der Sozialen Arbeit, werden umgesetzt. Diese reichen in der Einzelfallhilfe von gemeinsamer Zieldefinition, geteilter Entscheidung(-sfindung) und Planung von Hilfen über aktivierende Gruppenmethoden, die Förderung von Selbsthilfe (in Gruppen und Initiativen) bis hin zu Beteiligungsverfahren in Stadt- oder Quartiersentwicklungsprozessen. Vor diesem Hintergrund sollen vor allem die folgenden Themenschwerpunkte und Fragestellungen in der Jahrestagung vertiefend betrachtet werden:

  • Wie lassen sich politische Partizipation und gesellschaftliche Teilhabe im Kontext von wachsender Vielfalt und sozialer Spaltung realisieren?
  • Was bedeutet die Diskreditierung der Demokratie für die weitere Entwicklung der Sozialen Arbeit?
  • Inwiefern spielen die neoliberale Verengung des Sozialstaates und das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte zusammen und wie kann sich die Soziale Arbeit hier positionieren?
  • Welche Erfahrungen gibt es in der Sozialen Arbeit mit Teilhabe- und Partizipationsmodellen? Welche Verständnisse von Teilhabe und Partizipation haben sich in der Sozialen Arbeit entwickelt?
  • In welchen Bereichen – auch der Sozialen Arbeit – fehlen bislang partizipative Konzepte?
  • Wie können Selbstwirksamkeitserfahrungen unterstützt werden, die auch die Erfahrung, Bürger_in eines demokratischen Gemeinwesens zu sein, einschließen?
  • Wie lassen sich bürgerschaftliches Engagement und professionelle Soziale Arbeit gut miteinander verknüpfen?
  • Wie können individuelle und auf Gruppen bezogene Hilfen und Unterstützungskonzepte mit anwaltschaftlichem Mandat konkret verknüpft werden?
  • Wie können Fragen der Umverteilung mit Fragen der Teilhabe zusammengedacht und auch in Interventionen der Sozialen Arbeit adressiert werden?
  • Und nicht zuletzt: In welcher Gesellschaft wollen wir leben?

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit vom 27.04. bis 28.04.2018 in Hamburg bietet ein Forum für die Präsentation und Diskussion empirischer, theoretischer und anwendungsorientierter Fragen und Zugänge zum Thema. Wir möchten Interessierte herzlich einladen, sich mit den mit diesem Thema verbundenen Fragen in der Sozialen Arbeit auseinanderzusetzen. Es können Panels ebenso wie Einzelbeiträge eingereicht werden. Vorschläge für Panels (1,5h inkl. Diskussion), Einzelbeiträge (20 Minuten plus Diskussion) und Posterpräsentationen sind bis zum 03.10.2017 an Prof. Dr. Michaela Köttig  Mail: Koettig@fb4.fra-uas.de, einzureichen. Bitte beachten Sie unbedingt die folgenden formalen Vorgaben: Panels:

  • Verantwortliche (inkl. Kontaktdaten aller Beteiligten)
  • Paneltitel und Kurzbeschreibung des Panels (600 Zeichen)
  • Referierende (nicht mehr als drei Beiträge, bei weniger als drei Beiträgen können weitere Beiträge von den Tagungsveranstalter_innen hinzu gefügt werden)
  • Alle Vortragstitel und -beschreibungen in Lang- und Kurzfassung (2000 und 600 Zeichen)

Einzelbeiträge:

  • Vortragende/Vortragender (inkl. Kontaktdaten)
  • Vortragstitel
  • Vortragsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 sowie 600 Zeichen)

Explizit aufgefordert werden Einsteiger_innen in die Wissenschaft, die sich mit Beiträgen auch in Form eines Posters mit ihrem gegenwärtigen Qualifizierungsprojekt einzubringen. Hinweis: Der Tagungsbeitrag für Vortragende ist reduziert. Eine Reduktion des Teilnehmer_innen-Beitrags bei verkürzter Tagungsteilnahme ist ausgeschlossen. Die Teilnehmenden sorgen selbst für Anreise und Unterkunft.

DGSA Jahrestagung 2017

Rückblick und Tagungsdokumentation

Soziale Arbeit und Menschenrechte

DGSA Jahrestagung an der Alice Salomon Hochschule Berlin

Über 540 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutierten auf der diesjährigen zweitägigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) am 28. und 29. April 2017 in 40 Panels die Relevanz von Menschenrechtsdiskursen auf die Soziale Arbeit, deren AdressatInnen und die Gesellschaft.

Mehr als 160 Vortragende präsentierten dabei ihre Positionen in Form von Workshops, Vorträgen und Posterpräsentationen. Die bislang mit Abstand größte Tagung der DGSA fand am 28. und 29. April 2017 der Alice Salomon Hochschule Berlin statt.  

Eröffnet wurde die Tagung von den beiden Vorsitzenden der DGSA, Barbara Thiessen und Michaela Köttig sowie mit Grußworten von Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales Berlin, Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, und Bettina Völter, Prorektorin der Alice Salomon Hochschule Berlin.

Eine einleitende thematische Rahmung erfuhr die Tagung durch Keynotes von Prof. Dr. Jim Ife (Sydney) und Prof. Dr. Nivedita Prasad (Berlin: Slides zur Keynote von Jim Ife, Slides zur Keynote von Nivedita Prasad

Danach fanden an zwei Tagen insgesamt 40 Panelveranstaltungen statt. Der Abschluss wurde mit einem Podiumsgespräch von Prof. Dr. Sabine Stövesand (Hamburg) mit Prof. Dr. Silvia Staub-Bernasconi (Zürich) gestaltet. Die beiden Keynotes und das Gespräch sind auch auf dem YouTube Kanal der DGSA dokumentiert.

Neben dem Tagungsbericht von Anna Kasten und Daniela Molnar finden sich weitere Informationen, Bilder und Einträge zur Tagung unter:

DGSA bei Facebook

DGSA bei Twitter und #dgsa2017

DGSA Blogeintrag zur Tagung

Pressemeldung der Alice Salomon Hochschule

Pressekontakt: Kontaktperson seitens des DGSA Vorstands für Presseanfragen:Prof. Dr. Christian Spatscheck, christian.spatscheck(at)hs-bremen.de   

Die DGSA – Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V. ist eine wissenschaftliche Vereinigung zur Förderung der Sozialen Arbeit. Als Fachforum bietet sie einen Ort für systematische Diskussionen und Auseinandersetzungen zur Sozialen Arbeit. Sie führt über 500 Mitglieder und ein größeres Fachpublikum aus Praxis, Lehr und Forschung der Sozialen Arbeit für einen regen Austausch in ihren Sektionen, Fachgruppen, Tagungen, Kolloquien und Publikationen zusammen.             

DGSA Jahrestagung 2017

Ein Tagungsbericht von Anna Kasten und Daniela Molnar

 

Soziale Arbeit als Menschrechtsprofession

„Soziale Arbeit und Menschenrechte“ – ein Thema, das offenbar einen Nerv traf: Am 28. und 29. April fand die Jahrestagung der DGSA unter diesem Motto statt. Die Alice Salomon Hochschule Berlin beherbergte über 500 Teilnehmer*innen, womit die diesjährige Jahrestagung die größte der Geschichte der DGSA war. Die Organisator*innen wurden vor neue Herausforderungen gestellt, so mussten ein ‚Anmeldestopp‘ eingerichtet, eine Warteliste erstellt und passende Räumlichkeiten gefunden werden. Die Eröffnung fand im Cine Star Kino statt – es sei das erste Mal, so Jim Ife, Professor an der Western Sydney University in Australien, dass er einen Vortrag in einem Kinosaal halte. Die Relevanz des Themas wurde bereits in der Begrüßung durch Michaela Köttig, Professorin an der Frankfurt University of Applied Sciences, und Barbara Thiessen, Professorin an der Hochschule Landshut, beide Vorsitzende der DGSA, deutlich betont. Es scheine, dass Menschenrechte weltweit immer stärker als verzichtbar angenommen würden. Verfolgungen und Diskriminierungen nähmen zu, politische Systeme polemisieren und rücken nach rechts. Für die Profession(en) Sozialer Arbeit ist es notwendig, sich noch klarer und eindeutiger zu positionieren und die Menschenrechte als grundlegende Orientierung der Sozialen Arbeit zu reflektieren. Im Namen der „Weltstadt mit Herz“ begrüßte Alexander Fischer, Staatssekretär für Arbeit und Soziales Berlin, die Teilnehmer*innen. Beate Rudolf, Professorin und Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte, erläuterte die Selbstverständlichkeit und Herausforderung, die mit der Annahme der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession einhergehe. Bettina Völter, Professorin und Prorektorin der Alice Salomon Hochschule, verdeutlichte die Bedeutung der Thematik für Fachwelt und Gesellschaft und verwies auf den eindrücklichen Banner am Gebäude der ASH: „Menschenrechte – Menschenwürde – Menschlichkeit“. Die Eröffnungsvorträge hielten Jim Ife und Nivedita Prasad. Eindrücklich machte Ife deutlich, dass wir uns in einer krisenhaften Phase der Veränderungen, der Infragestellung unseres demokratischen, neoliberal ausgeprägten Gesellschaftssystems befänden. Hier sei besonders die Soziale Arbeit gefragt, denn ihre Stärke sei es, mit Krisen und Veränderungen zu arbeiten und dabei das Individuum, aber auch Gesellschaft und System in den Blick zu nehmen. Nivedita Prasad, Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin, war beeindruckt von der Anwesenheit der zwei Wissenschaftler*innen, die sie in ihrer Forschungsarbeit zunächst am meisten beeinflusst hatten: Silvia Staub-Bernasconi und Jim Ife. In ihrem Vortrag stellte sie dar, dass Menschenrechte in Bezug auf Soziale Arbeit zum einen als Analyseinstrument genutzt werden können (wobei sich die Soziale Arbeit auch selbst in den Blick nehmen muss). Zum anderen stützen sie das Selbstverständnis der Sozialen Arbeit, die ihre Adressat*innen u.a. ermächtigen und auf gesellschaftliche Veränderungen hinwirken sollte. Soziale Arbeit muss sich, so der Tenor der Eröffnungsveranstaltung, ihrer Verantwortung und ihrer Möglichkeiten bewusst sein, sich aktiv im Diskurs einbringen, die Gültigkeit der Menschenrechte für alle Menschen hervorheben und für ihren Erhalt kämpfen. 

40 Panels mit 160 Referierenden

In 40 Panels diskutierten die Teilnehmenden mit 160 Referierenden den Zusammenhang zwischen Menschenrechten und Sozialer Arbeit. Die einzelnen Panels waren von großer thematischer Vielfalt gekennzeichnet, darunter um das breite Spektrum zu veranschaulichen: Handlungsbezugsfelder der Menschenrechte, die Umsetzung der Kinderrechte durch die Soziale Arbeit, Soziale Rechte als Basis für Teilhabe, Menschenrechtsbildung in Lehre und Praxis, Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession im Kontext bewaffneter Konflikte, Capabilities Approach und Menschenrechte, Erforschung von Menschenrechten. Neben klassischen Vorträgen gab es auch Panels, in denen nur kurze Inputs gegeben wurden, um dann den Schwerpunkt auf die Diskussion zu legen. Beispiele dafür sind das Panel der Fachgruppe Internationale Soziale Arbeit zum Thema ‚Indigenous knowledge and indigenous social work‘ und das der Fachgruppe Politik, die unter dem Diskussionsthema ‚Mitgliedschaft als Menschenrecht?‘ Staatsbürgerschaftsrecht und Einwanderungspolitik im Fokus einer menschenrechtsorientierten Sozialen Arbeit in den Blick nahm. Nachwuchs- und Promotionsförderung in der Sozialen Arbeit wurden in mehreren Panels behandelt. Dabei wurden neben aktuellen strukturellen Bedingungen wie den Promotionsprogrammen auch individuelle Karriereentwicklungen diskutiert. 

Wein, Tanz und Beisammensein 

Ein fester Bestandteil der Jahrestagung ist das Beisammensein bei Wein und Tanz am Freitagabend. Die Party, merkte Nivedita Prasad in ihrem Resümee der Tagung an, sei eine ungewöhnliche und sehr wertvolle Erfahrung. Die Teilnehmenden setzten ihre Gespräche auf zwei Etagen verteilt fort, tauschten Erfahrungen aus, knüpften Kontakte und tanzten.

Menschenrechte und Soziale Arbeit – ein Papiertiger? 

Ungewöhnlich war auch die Abschlussveranstaltung, in der Sabine Stövesand, Professorin an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, ein Gespräch mit Silvia Staub-Bernasconi, Professorin em. an der Technischen Universität Berlin, unter dem Titel „Menschenrechte und Soziale Arbeit – ein Papiertiger?“ führte. Staub-Bernasconi, so Stövesand, sei die einzige Frau der letzten Jahrzehnte, die eine eigenständige Theorie der Sozialen Arbeit konzipiert habe, und ohne die es den Menschrechtsdiskurs in der Sozialen Arbeit in seiner aktuellen Gestalt nicht gäbe. Als prägend für ihren Einstieg in den Diskurs um Menschenrechte erlebte Staub-Bernasconi ihren USA-Aufenthalt im Rahmen eines UNO-Stipendiums im Jahr 1963, mit dem sie an der University of Minnesota studieren konnte. Dort erlebte sie einerseits einen „Strukturschock“, indem sie mit der Armut konfrontiert wurde, in der viele Bürger*innen der USA lebten. Sie lernte aber auch die lange Tradition der Opposition kennen, in denen die Sozialarbeiter*innen in den USA eine aktive und präsente Rolle einnahmen. Zu den Meilensteinen, die die Verknüpfung von Menschenrechten und Sozialer Arbeit angestoßen haben, zählt sie u.a. den im Jahr 2002 etablierten postgradualen Master-Studiengang Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession im Verbund mehrerer Berliner Hochschulen, aber auch die diesjährige Tagung der DGSA. Für Staub-Bernasconi steht Soziale Arbeit in der Rolle der Übersetzerin, die die UNO für die Durchsetzung der Menschenrechte benötigt. Um diese Rolle einnehmen zu können, seien neben anderen Aspekten eben solche Tagungen wie die DGSA Jahrestagung 2017 zum Thema der Menschrechte erforderlich. Soziale Arbeit müsse, so Staub-Bernasconi, Soziale Gerechtigkeit verfolgen und stärken und sich zu einer kritischen Profession entwickeln. Sind Soziale Arbeit und Menschenrechte also ein Papiertiger? Papiertiger, so Stövesand, sei die von Mao Zedong geprägte Bezeichnung für Menschen, Organisationen oder Schriftstücke, die sich machtvoller geben als sie in Wirklichkeit sind. Der Begriff des Papiertigers habe einen Doppelcharakter, denn auch Papiertiger können etwas durchsetzen und bewirken. Um es mit Bezug auf Max Horkheimer auszudrücken, nur weil Begriffe wie der des Menschenrechts durch die Mängel der Praxis beschädigt seien, solle man sie nicht verwerfen. Für Soziale Arbeit bedeute das, die Menschenrechte als Horizont und Verpflichtung anzunehmen.       

DGSA Jahresstagung 2017

28./29. April 2017 an der Alice Salomon Hochschule Berlin

Wir haben die Höchstteilnehmerzahl bereits erreicht. Damit ist eine Tagungsanmeldung nicht mehr möglich. Auch die Nachrückliste ist geschlossen.

Die Jahrestagung 2017 der DGSA zum Thema „Soziale Arbeit und Menschenrechte“ wird vom 28. bis 29. April 2017 an der Alice Salomon Hochschule Berlin stattfinden. Das detaillierte Programm mit der Panelübersicht und alle weiteren Hinweise zur Tagung und zum Tagungsort finden Sie hier auf dieser Webseite.

Hinweisen möchten wir an dieser Stelle darauf, dass wir – wie auch in den letzten Jahren – die Teilnahme von Bachelorstudierenden Sozialer Arbeit kontingentieren müssen. Es werden 100 Plätze für diese Studierende zur Verfügung gestellt. Sollten Sie mit Gruppen von Studierenden zur Tagung kommen wollen, so empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Bitte haben Sie auch Verständnis, dass pro Hochschule die Gruppe nicht mehr als 15 Studierende groß sein sollte.

Wir freuen uns auf eine spannende Tagung und den kollegialen Austausch und danken an dieser Stelle bereits den Kolleginnen und Kollegen von der Alice Salomon Hochschule Berlin für die Zusammenarbeit bei der Tagungsorganisation.

Call for Papers: DGSA Jahrestagung 2017

an der Alice Salomon Hochschule Berlin 28. und 29. April 2017

Call for Papers

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA)

an der Alice Salomon Hochschule Berlin 28. und 29. April 2017

Soziale Arbeit und Menschenrechte

Zahlreichen Diskursen in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit dienen Modelle und Kataloge der Menschenrechte als zentrale Referenzpunkte. In Theoriemodellen wird die Realisierung der Menschenrechte als Realutopie, konzeptioneller Anspruch, ethischer Bezugsrahmen fachlichen Handelns, als Referenz im Umgang mit Dilemmata und zur Orientierung im Umgang mit menschenrechtswidrigen Forderungen konzeptualisiert. In der Praxis wird die aktive und passive Nutzung des UN-Menschenrechtsschutzsystems diskutiert und viele Praktiker_innen der Sozialen Arbeit finden in den Menschenrechten eine visionäre und zugleich konkrete Orientierung für ihr fachliches Handeln. Zentrale internationale Positionspapiere der Sozialen Arbeit orientieren sich an der Umsetzung der Menschenrechte. Nicht zuletzt beziehen soziale Bewegungen und Zusammenschlüsse von Adressat_innen ihre Aktivitäten auf die Realisierung und Ausweitung der Menschenrechte.

Grundlegend für die Idee der Menschenrechte ist die Menschenwürde. Individuen erhalten ihre Menschenrechte qua ihres Menschseins, sie müssen für das Erlangen der Menschenrechte keine Bedingungen erfüllen. Jedoch ist die Realisierung von Menschenrechten immer gebunden an Individuen und Gesellschaften, die die Menschenrechte im sozialen, staatlichen, familialen und gemeinschaftlichen Handeln achten und ihnen zur Geltung verhelfen. Prozesse der Realisierung der Menschenrechte waren und sind immer auch konflikthaft und gebunden an die Einflussfaktoren von Interessen, Macht und Herrschaft in einer Gesellschaft.

Aktuell wird die Wahrung der Menschenrechte zudem in neuer Weise herausgefordert. Das Handeln fundamentalistisch, nationalistisch, autoritär oder austeritätspolitisch orientierter Akteur_innen wirkt sich einschränkend auf die Realisierung der Menschenrechte in verschiedenen Lebensbereichen und Gesellschaften aus und drängt menschenrechtliche Errungenschaften wieder zurück. Gleichzeitig stehen sozial zunehmend gespaltene und mehr und mehr pluralisierte Gesellschaften vor der Herausforderung, sich gemeinsam auf geteilte normative Bezüge und Leitlinien zu verständigen.

Soziale Arbeit steht als Profession und Disziplin vor der Herausforderung, sich reflektiert und bewusst in diesen Debatten zum Menschenrechtsdiskurs zu verorten und sich aktiv in den Auseinandersetzungen zu positionieren. Bislang besteht in vielen Feldern der Sozialen Arbeit jedoch noch wenig systematisches Wissen über die Umsetzung und Gestaltung von Interventionen zur Förderung der Menschenrechte. Und es gibt noch wenige Orte für den Austausch von Konzepten, Forschungsergebnissen, Strategien und Erfahrungen in der Menschenrechtsförderung und -realisierung.

Vor diesem Hintergrund schafft die DGSA Jahrestagung 2017 ein Forum, in dem das Verhältnis zwischen der Sozialen Arbeit und den Menschenrechten in seinen unterschiedlichen Ebenen und Umsetzungsbereichen diskutiert werden soll. Dabei sollen auch fachliche Limitationen der Sozialen Arbeit kritisch hinterfragt werden.

Vor allem die folgenden Themenschwerpunkte und Fragestellungen sollen dabei vertiefend betrachtet werden:

  • Menschenrechte als Grundlage: Welche Konzepte, Modelle, Begriffe dienen als Grundlage im Menschenrechtsdiskurs, welche Kritiken und Thematisierungen sind vorhanden?
  • Menschenrechte im politischen Diskurs: In welchen Politikfeldern spielt der Menschenrechtsdiskurs eine Rolle? Wie taucht er in Sozial-, Bildungs- und Gesundheitspolitiken auf?
  • Zum Handlungsfeldbezug der Menschenrechte: In welchen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit sind Menschenrechtsdiskurse relevant? Wie werden Menschenrechte dort thematisiert?
  • Konzepte zur Menschenrechtsarbeit und -bildung: Welche Verfahren, Konzepte, Studien, Strategien, institutionellen Formen und Rahmenbedingungen lassen sich identifizieren?
  • Menschenrechte in der Praxis der Sozialen Arbeit: Wie werden Menschenrechte in Bezug auf soziale Probleme thematisiert, eingefordert und realisiert? Welche Begründungen dienen ihrer Ausweitung?
  • Menschenrechtsmodelle operationalisieren: Inwiefern kann und sollte die Realisierung von Menschenrechten durch Indikatormodelle mess- und vergleichbar gemacht werden?
  • Menschenrechte von Adressat_innen: Inwieweit werden die Menschenrechte in der Sozialen Arbeit von Adressat_innen eingefordert und ihnen gegenüber realisiert? Wo sind hier Kritikpunkte?
  • Menschenrechte in der Forschung: Vor welchen Herausforderungen steht Forschung in der Sozialen Arbeit, wenn es um Fragen der Menschenrechte geht?
  • Wird die Soziale Arbeit ihrem Anspruch gerecht? Wurde die Soziale Arbeit in den letzten Jahren ihrem Anspruch, als eine Menschenrechtsprofession tätig zu sein, gerecht? Wo sind weitere Herausforderungen und offene Ansprüche?

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit vom 28. bis 29. April 2017 in Berlin bietet ein Forum für die Präsentation und Diskussion empirischer, theoretischer und anwendungsorientierter Fragen und Zugänge zum Thema.

Wir möchten Interessierte herzlich einladen, sich mit den mit diesem Thema verbundenen Fragen in der Sozialen Arbeit auseinanderzusetzen. Von den Sektionen und Fachgruppen der DGSA können Panels zu diesem Thema gestaltet werden. Ebenso können Beiträge von Einzelnen (Vortrag sowie Posterpräsentation) eingereicht werden.

Vorschläge für Panels (1,5h inkl. Diskussion), Einzelbeiträge (20 Minuten plus Diskussion) und Posterpräsentationen sind bis zum 01.10.2016 an Prof. Dr. Claudia Steckelberg, gradforum_sbe@hs-nb.de, einzureichen. Sie müssen folgende Informationen enthalten:

Panels:

  • Verantwortliche (incl. Kontaktdaten aller Beteiligten)
  • Paneltitel und Kurzbeschreibung des Panels (600 Zeichen)
  • Referierende (nicht mehr als drei Beiträge, bei weniger als drei Beiträgen können weitere Beiträge von den Tagungsveranstalter_innen hinzu gefügt werden)
  • Alle Vortragstitel und -beschreibungen in Lang- und Kurzfassung (2000 und 600 Zeichen)

Einzelbeiträge:

  • Vortragende/Vortragender (incl. Kontaktdaten)
  • Vortragstitel
  • Vortragsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 sowie 600 Zeichen)

Posterpräsentationen:

  • Präsentierende/Präsentierender (incl. Kontaktdaten)
  • Präsentationstitel
  • Präsentationsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 und 600 Zeichen)

Hinweise: Auch Vortragende müssen einen reduzierten Tagungsbeitrag entrichten; DGSA-Mitglieder erhalten ebenfalls einen reduzierten Tagungsbeitrag. Eine Reduktion des TN-Beitrags bei verkürzter Tagungsteilnahme ist ausgeschlossen. Die TN sorgen selbst für Anreise und Unterkunft.

Was ist Inklusion?  

Tagungsveranstaltung an der Hochschule Düsseldorf

Über 450 Teilnehmende aus Wissenschaft, Praxis und Politik diskutierten auf der diesjährigen zweitägigen Tagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) in 40 Panels die Perspektiven der Sozialen Arbeit auf Inklusion. 230 Vortragende präsentierten dabei ihre Positionen in Form von Workshops, Vorträgen und Posterpräsentationen. Die bislang größte Tagung der DGSA fand am neuen Campus der Hochschule Düsseldorf statt, am Fachbereich der Sozial- und Kulturwissenschaften.  

Die politische Dimension der Inklusion von heute

Christina Kampmann, Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, und Burkhard Hintzsche, Sozialdezernat und Stadtdirektor der Landeshauptstadt Düsseldorf stellten die politische Dimension der Inklusion in ihren Grußworten in den Vordergrund. Beide unterstrichen die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit von Disziplin und Profession der Sozialen Arbeit mit der Politik, um den Normen und ökonomischen Werten, die zu verletzbaren Positionierungen führen, etwas entgegensetzen zu können.   Integration – und zwar ihr dichter Begriff, der eine gemeinsame Erfahrungsgeschichte unter zufällig herrschenden Werten bedeutet – ist laut Micha Brumlik, em. Professor an der Goethe Universität Frankfurt a.M., das, was die Gesellschaft zusammenhält. Michaela Köttig, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit und Professorin an der Frankfurt University of Applied Sciences, diskutierte das Problem der Anerkennung unterschiedlicher Erfahrungen unter Berücksichtigung der Historizität der Differenzlinien. Diese politische Dimension der Inklusion setzte sich in den Panelvorträgen fort. Kerstin Oldemeier aus dem Deutschen Jugendinstitut präsentierte am Beispiel der bislang größten deutschen Studie über Coming-out von Jugendlichen, wie es möglich ist, eine quantitative Fragebogenerhebung inklusiv zu gestalten, nämlich indem andere Optionen als nur die Zweigeschlechtlichkeit weiblich/männlich berücksichtigt werden, Optionen, die die Befragten selbst definieren können. Yvette Völschow, Silke Brigitta Gahleitner, Katharina Gerlich und Mascha Körner stellten ihre multidisziplinär und institutionsübergreifend angelegte Studie über Opfer von Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung vor und diskutierten kritisch die Beratungsangebote und Begleitungsangebote mit dem Ziel der Teilhabe. Dies sind nur zwei Beispiele aus den 40 Panels.  

Die diesjährigen Highlights

Zu den diesjährigen Highlights der Tagung zählt der Film über das 25 jährige Bestehen der DGSA, der in Kürze auch auf YouTube zugänglich sein wird. Darüber hinaus wurde ein neuer Vorstand gewählt. Prof. Dr. Sabine Stövesand (HAW Hamburg) und Prof. Dr. Gudrun Ehlert (Hochschule Mittweida) wurden aus dem Vorstand verabschiedet. Die neuen Vorsitzenden sind Prof. Dr. Michaela Köttig (Frankfurt University of Applied Sciences) und Prof. Dr. Barbara Thiessen (Hochschule Landshut). Der Vorstand gewann neue Beisitzerinnen in Prof. Dr. Sonja Kubisch (TH Köln) und Prof. Dr. Claudia Steckelberg (Hochschule Neubrandenburg).  

Eine selbstkritische Perspektive der Sozialen Arbeit auf Inklusion

„Wie inklusiv hätten Sie’s gerne?“ lautet die Frage der Abschlussveranstaltung. Was braucht die Soziale Arbeit, um sich weiterhin für gleichberechtigte Teilhabe und soziale Gerechtigkeit in dieser Gesellschaft einzusetzen. Für María do Mar Castro Varela, Professorin an der Alice Salomon Hochschule Berlin tragen die selbstkritischen Instrumente zur Weiterentwicklung der Disziplin und der Profession der Sozialen Arbeit und zur Transformation der Gesellschaft bei. Soziale Arbeit, fährt sie in Anlehnung an Michel Foucault fort, brauche theoretische Strategien um zu erforschen, ab wann für wen etwas wodurch zum Problem geworden ist. Dem schließt sich auch Ruth Enggruber an, Professorin an der Hochschule Düsseldorf, indem sie fragt, inwiefern Soziale Arbeit mit der Inklusion Etikettierungen und Stigmatisierungen unterstützt und selbst Ausgrenzungen produziert. Clemens Dannenbeck, Professor an der Hochschule Landshut, betont, dass Inklusion eher ein Prozess und kein Zustand ist. Die damit verbundenen gesellschaftlichen Aufgaben sind nie abschließbar und erfordern die Solidarität der Beteiligten. Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, bestätigt die wichtige Rolle kritischer Wissenschaft und Forschung in diesem Feld und fordert Institutionen und Bürger_innen auf, ihre Einflussfelder zur Förderung von Teilhabe und Gerechtigkeit zu erkennen und aktiv zu gestalten. Was braucht die Soziale Arbeit bei diesem Prozess? Vielleicht kann diese Frage mit den Worten von Ruth Enggruber beantwortet werden, die sich wünscht, dass die Studierenden der Sozialen Arbeit so ausgebildet werden, dass sie ihre kritischen Perspektiven auch im Kontext restriktiver Institutionen beibehalten.  

Der Vorstand der DGSA  

Pressekontakt:

Kontaktperson seitens des DGSA Vorstands für Presseanfragen: Prof. Dr. Christian Spatscheck christian.spatscheck@hs-bremen.de  

Weitere Informationen zur Tagung und zur DGSA finden Sie auch unter: www.dgsa.de Die DGSA –

Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V. ist eine wissenschaftliche Vereinigung zur Förderung der Sozialen Arbeit. Als Fachforum bietet sie einen Ort für systematische Diskussionen und Auseinandersetzungen zur Sozialen Arbeit. Sie führt etwa 500 Mitglieder und ein größeres Fachpublikum aus Praxis, Lehr und Forschung der Sozialen Arbeit für einen regen Austausch in ihren Sektionen, Fachgruppen, Tagungen, Kolloquien und Publikationen zusammen.

DGSA Jahrestagung 2016

29./30.04.2016 am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf

Ab sofort ist die Anmeldung für die Jahrestagung 2016 der DGSA zum Thema „'Inklusion ist ...' – Perspektiven und Positionen der Sozialen Arbeit“ möglich. Diese wird vom 29. bis 30.04.2016 am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf stattfinden. Das detaillierte Programm mit der Panelübersicht finden Sie dann zeitnah auf unserer Webseite. Hinweisen möchten wir an dieser Stelle darauf, dass wir – wie auch in den letzten Jahren – die Teilnahme von Bachelorstudierenden Sozialer Arbeit kontingentieren müssen. Es werden 100 Plätze für diese Studierende zur Verfügung gestellt. Sollten Sie mit Gruppen von Studierenden zur Tagung kommen wollen, so empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Bitte haben Sie auch Verständnis, dass pro Hochschule die Gruppe nicht mehr als 15 Studierende groß sein sollte. Wir freuen uns auf eine spannende Tagung und den kollegialen Austausch und danken an dieser Stelle bereits den Kolleginnen und Kollegen vom Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Hochschule Düsseldorf für die Zusammenarbeit bei der Tagungsorganisation.

Call for Papers: DGSA Jahrestagung 2016

29./30.04.2016 an der Hochschule Düsseldorf


Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) an der Hochschule Düsseldorf 29. und 30. April 2016

„Inklusion ist …“ – Perspektiven und Positionen der Sozialen Arbeit

Aktuell ist die Gestaltung von Inklusionsverhältnissen eine öffentlich viel diskutierte Thematik, die auch eine zentrale fachliche Aufgabe der Sozialen Arbeit ist. Dabei ist der Inklusionsbegriff vielfältig, schillernd und in vielen Bereichen immer noch ungeklärt, wenngleich er insbesondere in Abgrenzung zum Begriff der Integration diskutiert wird.

In verschiedenen Theorieperspektiven in der Sozialen Arbeit wird der Begriff der Inklusion bereits direkt oder indirekt aufgegriffen, etwa in den Ansätzen der Systemtheorie, der Forschung zu sozialer Ungleichheit, den Disability-Studies sowie Ansätzen zu Diversity und Intersektionalität. Normativ geprägte Theoriemodelle, insbesondere jene, die von Sozialer Arbeit als Gerechtigkeits- oder Menschenrechtsprofession ausgehen, thematisieren ebenfalls implizit oder explizit Inklusion. Sie fordern dazu auf, über bestehende Verhältnisse hinauszudenken, soziale Teilhabe für alle Bevölkerungsgruppen zu realisieren und genau dort anzusetzen, wo dies noch nicht erreicht ist.

Obwohl auf politischer Ebene bereits seit Anfang der 1990er Jahre zahlreiche Rahmensetzungen und Programmatiken die Umsetzung von Inklusion als gesellschaftliche Vision und Aufgabe thematisieren – etwa die bildungspolitischen Leitlinien der UNESCO zu inklusiver Bildung oder die Lissabon-Erklärung der EU zu sozialer Kohäsion – wurde Inklusion scheinbar erst durch die Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu einem breiter diskutierten Thema in der Sozialen Arbeit.

In der Praxis stehen viele Träger aktuell vor der Aufgabe der Umsetzung von Inklusionskonzepten im Kontext der dafür oft fehlenden Ressourcen. Inklusion wird bislang vor allem in der Behindertenhilfe, der Sozialpsychiatrie und der inklusiven Beschulung diskutiert, wesentlich seltener jedoch in Bezug auf soziale Ausgrenzungsprozesse als solche. Bislang besteht wenig systematisches Wissen über die Umsetzung und Gestaltung von Arrangements zur Förderung von Inklusion. Auch die Perspektive von Adressat_innen auf Inklusionsverhältnisse und -arrangements sind noch wenig erforscht.

Vor diesem Hintergrund schafft die DGSA Jahrestagung 2016 ein Forum, in dem der Inklusionsbegriff möglichst breit diskutiert und auf verschiedene Handlungsfelder der Sozialen Arbeit bezogen werden soll. Dabei sollen auch die mit Inklusion verbundenen politischen Interessen kritisch reflektiert werden. Und auch die Soziale Arbeit selbst soll als potentielle Agentin von Ausgrenzungsprozessen in den Blick genommen werden. Generell verfolgt die Tagung das Ziel, Inklusion sowohl aus theoretisch-konzeptioneller als auch empirischer und handlungspraktischer Perspektive zu diskutieren.

Vor allem die folgenden Themenschwerpunkte und Fragestellungen sollen dort vertiefend thematisiert werden:

  • Inklusion und wissenschaftliche Diskurse: Welche Konzepte, Modelle, Begriffe, Kritiken und Thematisierungen von Inklusion sind in Theoriediskursen vorhanden?
  • Inklusion und politische Programmatiken: Wie sind Inklusionsmodelle im Kontext aktueller sozialpolitischer Programmatiken und Interessen zu bewerten?
  • Inklusion und Praxisfelder Sozialer Arbeit: Wie werden Inklusion und die Dimensionen der Ausgrenzung in unterschiedlichen Handlungsfeldern thematisiert und bearbeitet?
  • Inklusion und institutionelle Strukturen Sozialer Arbeit: Welche fachlichen, personellen, organisatorischen, räumlichen, mentalen oder sprachlichen Aspekte sind relevante Faktoren für die Entwicklung von Inklusionsmodellen in der Sozialen Arbeit?
  • Inklusion und professionelles Handeln Sozialer Arbeit: Welche inklusionsbezogenen Konzepte, Zielstellungen, Orientierungen sind hinsichtlich des professionellen Handelns identifizierbar? Welche Dilemmata und Ambivalenzen treten dabei auf?
  • Inklusion und Adressat_innen Sozialer Arbeit: Wie betrachten Adressat_innen Inklusionskonzepte? Wie werden Ausschlüsse und Normalisierungspraxen entlang von Differenzlinien praktiziert?
  • Inklusion und Macht: Wie können Machtverhältnisse und strukturelle Ungleichheit in Bezug auf Inklusion diskutiert und gestaltet werden?

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit vom 29. bis 30. April 2016 in Düsseldorf bietet ein Forum für die Präsentation und Diskussion empirischer, theoretischer und anwendungsorientierter Fragen und Zugänge zum Thema.

Wir möchten Interessierte herzlich einladen, sich den mit diesem Thema verbundenen Fragen in der Sozialen Arbeit auseinander zu setzen. Von den Sektionen und Fachgruppen der DGSA können Panels zu diesem Thema gestaltet werden. Ebenso können Beiträge von Einzelnen (Vortrag sowie Posterpräsentation) eingereicht werden.

Vorschläge für Panels (1,5h inkl. Diskussion), Einzelbeiträge (20 Minuten plus Diskussion) und Posterpräsentationen sind bis zum 03.10.2015 an Prof. Dr. Barbara Thiessen (barbara.thiessen(at)haw-landshut.de) einzureichen. Sie müssen folgende Informationen enthalten:

Panels:

  • Verantwortliche
  • Kontaktdaten
  • Paneltitel
  • Kurzbeschreibung des Panels (600 Zeichen)
  • Referierende (nicht mehr als drei Beiträge)
  • Jeweils Vortragstitel und -beschreibungen in Lang- und Kurzfassung (2000 sowie 600 Zeichen)

Einzelbeiträge:

  • Vortragende/Vortragender
  • Kontaktdaten
  • Vortragstitel
  • Vortragsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 sowie 600 Zeichen)

Posterpräsentationen:

  • Präsentierende/Präsentierender
  • Kontaktdaten
  • Präsentationstitel
  • Präsentationsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 sowie 600 Zeichen)

Hinweis: Auch Vortragende müssen einen reduzierten Tagungsbeitrag entrichten; DGSA-Mitglieder erhalten eine Ermäßigung.

Beitrag im Deutschlandfunk

30.04.2015 im Deutschlandfunk


Am 30.04.2015 lief abends ab 20.10 Uhr der Beitrag von Anke Gundelach über das Tagungsthema der Jahrestagung in Würzburg im Deutschlandfunk.


Auf der Internetseite „Würzburg erleben“ finden Sie einen Bericht über die Jahrestagung.


Auf der Jahrestagung wird es zu Beginn und zum Abschluss jeweils eine keynote geben, die in das Thema einführt bzw. das Thema abschließt. Wir freuen uns, dass wir zwei ausgewiesene Expert_innen dafür gewinnen konnten. Die Lebensläufe der beiden keynote speaker finden sie an dieser Stelle zum download.


Hier finden Sie die Panelliste für die Jahrestagung 2015 in Würzburg.

Jahrestagung 2015 in Würzburg

24.-25.04.2015 an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg


Anmeldung zur Jahrestagung 2015 in Würzburg ab sofort möglich

Von nun an ist die Anmeldung für die Jahrestagung der DGSA an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg vom 24. bis 25.04.2015 möglich.

Bitte benutzen Sie zur Anmeldung das Formular in dem Flyer mit dem Rahmenprogramm.

Diejenigen, die einen Beitrag auf den CfP eingereicht haben, werden noch in diesem Jahr informiert, ob ihr Beitrag angenommen wurde. Das detaillierte Programm mit der Panelübersicht finden Sie dann ab Ende Januar an dieser Stelle.

Hinweisen möchten wir an dieser Stelle darauf, dass wir – wie auch in den letzten Jahren – die Teilnahme von Bachelorstudierenden Sozialer Arbeit kontingentieren müssen. Es werden 100 Plätze für diese Studierende zur Verfügung gestellt. Sollten Sie mit Gruppen von Studierenden zur Tagung kommen wollen, so empfehlen wir eine frühzeitige Anmeldung. Bitte haben Sie auch Verständnis, dass pro Hochschule die Gruppe nicht mehr als 15 Studierende groß sein sollte.

Wir möchten Sie bitten, die Tagung zusammen mit dem übersandten Flyer in ihren eigenen Netzwerken zu bewerben. Gerne können Sie auch gedruckte Exemplare des Flyers sowie Plakate zur Tagung bei der Geschäftsstelle anfordern.

Wir freuen uns auf eine spannende Tagung und den kollegialen Austausch und danken an dieser Stelle bereits den Kolleginnen und Kollegen von der Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften der FHWS in Würzburg für die lokale Tagungsorganisation.

Mit freundlichen Grüßen,
Prof. Dr. Stefan Borrmann
Prof. Dr. Barbara Thiessen

Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit
– Geschäftsstelle –
Postfach 1129
Schloßstraße 23
74370 Sersheim
Telefon: 0 70 42 / 39 48
Telefax: 0 70 42 / 83 17 45
E-Mail: dgsa@dgsainfo.de
Internet: www.dgsa.de

Call for Paper: DGSA Jahrestagung 2015

24./25.04.2015 an der FH Würzburg-Schweinfurt


Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt (FHWS) am 24. und 25. April 2015 zum Thema „Wirkungen Sozialer Arbeit – Potentiale und Grenzen der Evidenzbasierung für die Profession und Disziplin“

Im sich wandelnden Sozialstaat ist Soziale Arbeit seit rund zwei Jahrzehnten mit der Frage der Nachweisbarkeit von Wirkungen ihrer Arbeit konfrontiert. Zu Recht haben Klienten und Klientinnen sowie Kostenträger einen Anspruch auf wirkungsvolle Hilfeprozesse. Evidenzbasierung bedeutet, dass nachgewiesene Wirkungen die Wahl der anzuwendenden Methoden bestimmen.

Verknüpft ist dieser Zusammenhang zunehmend mit der Zuweisung finanzieller Ressourcen. Hier entsteht ein Spannungsfeld, in dem sich die wissenschaftlich fundierte Soziale Arbeit orientieren muss. Neben guten Beispielen hoch reflektierter, evidenzbasierter Sozialer Arbeit, finden sich auch Anwendungen, welche z. B. die gesellschaftlichen Kontextbedingungen ausblenden.

Mit dem Thema „Chancen und Grenzen einer Evidenzbasierung für die Profession und Disziplin Soziale Arbeit“ für die Jahrestagung 2015 wollen wir die Angemessenheit der Evidenzbasierung in der Sozialen Arbeit von verschiedenen Seiten aus diskutieren. Welche erkenntnistheoretischen Grundlagen liegen der Evidenzbasierung zu Grunde? Wie kann ein Wirkungsnachweis in den oft komplexen Handlungssituationen Sozialer Arbeit überhaupt erbracht werden? Welche gelungenen, auch internationalen Beispiele für Evidenzbasierung in Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit gibt es?

Was sind die Vorteile eines solchen Vorgehens? Was sind die Erfordernisse für angemessene Indikatoren und methodische Designs in der Wirkungsforschung? Was sind aber auch die Grenzen einer Evidenzbasierung? Welche Gefahren ergeben sich aus einer unreflektierten Anwendung oder Instrumentalisierung, z. B. im Sinne einer kurzfristigen Kosteneinsparung? Welche politisch-gesellschaftlichen Kontexte bergen das Risiko einer Instrumentalisierung? Welche kritischen Entwicklungen können sich daraus für die Praxis der Sozialen Arbeit ergeben (z. B. an internen Eigendynamiken)? Wie kann solchen Entwicklungen begegnet werden, ohne den zu Recht bestehenden Anspruch auf wirkungsvolle Hilfeprozesse und das fachliche Mandat der Sozialen Arbeit zu vernachlässigen?

Die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit vom 24. bis 25. April 2015 in Würzburg bietet ein Forum für die Präsentation und Diskussion empirischer, theoretischer und anwendungsorientierter Fragen und Zugänge zum Thema.

Wir möchten Interessierte herzlich einladen, sich den mit diesem Thema verbunden Fragen in der Sozialen Arbeit zu stellen. So können die Sektionen und Fachgruppen der DGSA Panels zu diesem Thema gestalten. Ebenso können Beiträge von Einzelnen (Vortrag sowie Posterpräsentation) eingereicht werden.

Vorschläge für Panels (2h inkl. Diskussion), Einzelbeiträge (20 Minuten plus Diskussion) und Posterpräsentationen sind bis zum 19.10.2014 an Prof. Dr. Barbara Thiessen (barbara.thiessen(at)haw-landshut.de) einzureichen.

Sie müssen folgende Informationen enthalten:

  • Panels
  • Verantwortliche
  • Kontaktdaten
  • Paneltitel
  • Kurzbeschreibung des Panels (600 Zeichen)
  • Referierende (nicht mehr als drei Beiträge)
  • Vortragstiteln und -beschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 Zeichen sowie 400 Zeichen)

Einzelbeiträge:

  • Vortragende/Vortragender
  • Kontaktdaten
  • Vortragstitel
  • Vortragsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 Zeichen sowie 400 Zeichen)

Posterpräsentationen:

  • Präsentierende/Präsentierender
  • Kontaktdaten
  • Präsentationstitel
  • Präsentationsbeschreibung in Lang- und Kurzfassung (2000 Zeichen sowie 400 Zeichen)

Hinweis: Auch Vortragende müssen den Tagungsbeitrag entrichten; DGSA Mitglieder erhalten eine Ermäßigung.


PDF-Formular online ausfüllen und per E-Mail senden.

DGSA Jahrestagung 2014 in Köln

25./26.04.2014 an der FH Köln


Die nächste Jahrestagung findet an der FH Köln am 25. und 26. April 2014 statt.

Das Tagungsthema lautet: „Konflikte – theoretische und praktische Herausforderungen für die Soziale Arbeit“

Bitte melden Sie sich bis zum 04.04.2014 an: Anmeldeformular im Tagungsflyer.

Wir möchten insbesondere auch auf die Mitgliederversammlung der DGSA am Freitag Nachmittag hinweisen.

Leiten Sie diese Informationen gerne in Ihren Kreisen weiter – die Tagung steht allen Interessierten offen.

DGSA Jahrestagung 2014

25./26.04.2014 in Köln

 

Konflikte – theoretische und praktische Herausforderungen für die Soziale Arbeit

Konflikte sind zumeist Ausdruck gegensätzlicher Interessen, Bedürfnisse, unterschiedlicher Werte, Ziele, Bedeutungen und Deutungen. Gleichwohl bilden sie ein konstitutives Element individueller und gesellschaftlicher Entwicklung. Sie können sowohl als Antriebskraft menschlicher Existenz und Anlass für Veränderungen als auch als ein Störfaktor für ein gutes Zusammenleben und soziales und individuelles Wachstum betrachtet werden. Für die Bewertung der Qualität von Konflikten und ihrer Bearbeitung sind neben den Gründen und Anlässen ihrer Entstehung, die Formen ihrer Austragung, die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen der Konfliktparteien und die Konfliktfolgen von Bedeutung. Ob hinter einem Konflikt objektive Gegensätze (Unvereinbarkeiten wie z. B. Interessensunterschiede) oder nur unterschiedliche Wahrnehmungen eines vermeintlichen Gegensatzes stehen, ist oft nicht genau erkennbar. In jedem Fall stellen Konflikte für die Beteiligten stets eine große Herausforderung und manchmal auch eine Überforderung dar.

Die Soziale Arbeit beschäftigt sich in besonderer Weise mit Konflikten. Bei der Entstehung und Lösung sozialer Probleme sowie bei der Teilhabe und Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und Reichtum spielen asymmetrische Beziehungen, Machtungleichgewichte und ungleiche Zugänge zu Ressourcen eine nicht unerhebliche Rolle. Dabei vollzieht sich die Bearbeitung sozialer Probleme vor dem Hintergrund ihrer Geschichte, im Kontext subjektiver Wahrnehmungen, unterschiedlicher kommunikativer Handlungsmuster, sozialer Widersprüche und Ungleichheiten, die zu Spannungen auf verschiedenen Konfliktebenen führen können. Hier lassen sich intrapersonelle, interpersonelle – in und zwischen sozialen Systemen – unterscheiden. So muss Soziale Arbeit mit Konflikten umgehen, die sich im Rahmen der Selbstwahrnehmung ihrer Adressat_innen finden, aber auch zwischen ihren Adressat_innen und zwischen diesen und anderen gesellschaftlichen Gruppen im Gemeinwesen. Nicht zuletzt geht es um Konflikte, die in Teams und zwischen Mitarbeiter_innen und Leitung oder zwischen verschiedenen Träger_innen bzw. zwischen Träger_innen, Verwaltung und Politik bestehen.

Nicht verstandene und unbearbeitete Konflikte behindern nicht nur die alltäglichen Abläufe und die Wirksamkeit Sozialer Arbeit, Konfliktvermeidung kann letztlich zur Aufgabe einer Veränderungsperspektive führen. Von daher braucht Soziale Arbeit Wissen und Theorien über die Entstehung und Dynamik von Konflikten sowie praktische Instrumente, um Konflikte zu verstehen und bearbeiten zu können. Dazu benötigt sie eine auf ihren spezifischen Gegenstand ausgerichtete Konfliktforschung. Diese sollte sich nicht nur mit den negativen und dramatischen Auswirkungen nicht gelingender Konfliktbewältigung befassen, sondern auch gelingende Alltags- und professionelle Bewältigungsstrategien der unmittelbar Betroffenen und der politischen Akteure einbeziehen.

Der Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit vom 25. bis 26. April 2014 in Köln bietet ein Forum für die Präsentation und Diskussion empirischer, theoretischer und anwendungsorientierter Fragen und Zugänge zum Thema „Konflikte und Soziale Arbeit“.

Wir möchten Interessierte herzlich einladen, sich den mit diesem Thema verbunden Fragen in der Sozialen Arbeit zu stellen. So können die Sektionen und Fachgruppen der DGSA Panels zu diesem Thema gestalten. Ebenso können Beiträge von Einzelnen eingereicht werden.

Vorschläge für Panels, Einzelbeiträge und Postersessions sind bitte bis zum 1.9. 2013 an Prof. Dr. Sabine Stövesand (sabine.stoevesand(at)haw-hamburg.de) einzureichen.

Sie sollen folgende Informationen enthalten:

  • Panelbeitrag: Verantwortliche, Thema, Kurzbeschreibung des Inhalts, Referierende (möglichst nicht mehr als drei Beiträge) mit Vortragstiteln
  • Einzelbeitrag: Name, Thema, Kurzbeschreibung des Inhalts

Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit

26./27.04.2013 an der FH Frankfurt am Main


Der Vorstand und das Vorbereitungsteam laden zur Jahrestagung am 26./27.04.2013 nach Frankfurt am Main ein. Dem Thema der Tagung „Wahrnehmen, Analysieren, Intervenieren. Zugänge zu sozialen Wirklichkeiten“ werden wir aus theoretisch-methodischen sowie handlungspraktischen Perspektiven aus dem Bereich der Sozialarbeitsforschung und -praxis nachgehen.

Weitere Fragen richten Sie bitte an das Tagungsteam vor Ort unter: dgsa2013(at)gmx.de

Call for Paper: DGSA Jahrestagung 2013

26./27.04.2013 an der FH Frankfurt am Main


Call for Paper

für die Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit
26./27.04.2013 an der FH Frankfurt

Wahrnehmen, Analysieren, Intervenieren. Zugänge zu sozialen Wirklichkeiten

Wie jede Profession und Disziplin ist auch Soziale Arbeit darauf angewiesen, ihren Gegenstand sachgemäß und wissenschaftsbasiert zu erfassen, zu verstehen und auf Grundlage von spezifischen Zielsetzungen, Aufträgen und normativen Handlungsstandards zu gestalten. Dies gilt für die unmittelbaren „personennahen“ Interaktionen in Bildungsangeboten oder in der Arbeit mit Individuen und Gruppen und deren Vernetzung. Es betrifft aber ebenso die „personenferneren“ Planungs- und Steuerungsprozesse in den institutionellen Hilfesystemen Sozialer Arbeit.

Qualitätsentwicklung und Interventionsplanung in der Sozialen Arbeit verweisen somit immer auf Fragen der Empirie, Theorie, Normativität, Ethik und Handlungspraxis und ihr Verhältnis zueinander. Wie kann es gelingen, psychodynamische, soziale und strukturelle Prozesse, Fremdes und Befremdliches möglichst realitätsgerecht zu registrieren, zu analysieren und geeignete Praxiskonzepte zu entwickeln? Welche Vorgehensweisen der Forschung werden den Eigensinnigkeiten der Subjekte und den sozialen Systemen – seien es die institutionellen oder auch die lebensweltlichen der Adressatinnen und Adressaten – gerecht? Welche theoretischen Konzepte tragen dazu bei, das Registrierte zu erklären? Welche Handlungsmöglichkeiten eröffnen oder verschließen Theorien? Wie werden theoretische Konzeptionen weiter entwickelt? Welche Theoriepolitiken zeigen sich dabei? Welchen Stellenwert haben auch Alltagstheorien in all diesen Vorgängen? Und schließlich: welche normativen, ethischen Standards sowie gesellschaftlichen, sozialpolitischen und wissenschaftlichen Bedingungen rahmen den Forschungskontext und Handlungshorizont Sozialer Arbeit, und welche Paradoxien, Ambiguitäten, Ambivalenzen und Konflikte beinhalten sie?

Solche und ähnliche Fragen stellen sich nicht allein für die Qualifizierung in den Studiengängen Sozialer Arbeit, sondern auch für Forschung und Praxis der Sozialen Arbeit.

Darüber möchten wir im Rahmen der Jahrestagung der DGSA sprechen. Sektionen und Fachgruppen sind eingeladen, Panels zum Tagungsthema zu gestalten. Ebenso können Einzelbeiträge und Beiträge von Ad-hoc-Gruppen eingereicht werden. Die Beiträge können sowohl empirisch wie auch theoretisch ausgerichtet sein.

Vorschläge für Panels und Einzelbeiträge sind bitte einzureichen bis zum 31.10.2012 an Prof. Lena Inowlocki, Prof. Michaela Köttig, Prof. Lotte Rose und Prof. Susanne Schönborn (alle FH Frankfurt) unter dgsa2013(at)gmx.de.

Sie sollen folgende Informationen enthalten:

  • Panelbeitrag: Verantwortliche, Thema, Kurzbeschreibung des Inhalts, Referierende mit Vortragstiteln
  • Einzelbeitrag: Name, Thema, Kurzbeschreibung des Inhalts

DGSA-Jahrestagung 2011

25./26.11.2011 in der Evangelischen Hochschule Dresden

 

Diversität & Ungleichheit – Analytische Zugänge und professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit

Veranstalter:

DGSA Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Dresden

Inhalt:

Diversität und Ungleichheit sind sozialwissenschaftliche Konzepte, die seit längerem Eingang in die disziplinären und professionellen Diskurse der Sozialen Arbeit gefunden haben. Allerdings wurden sie lange Zeit vor allem in den diskriminierenden, exkludierenden und teilweise verunsichernden Dimensionen Geschlecht, sozialer Schicht und ethnischer Herkunft diskutiert. In letzter Zeit wurden diese Konzepte nun in Theorie und Praxis auch auf die darin enthaltenen Potentiale ausgeweitet, da in den kulturellen, sozialen und geschlechtlichen Unterschieden und Ungleichheiten auch Potentiale der individuellen und sozialen Emanzipation aus unbefriedigenden Lebenswirklichkeiten liegen können.

Auf der analytischen wie auf der konkreten Handlungsebene stellen sich deshalb für Profession und Disziplin spezifische Herausforderungen für das Verstehen und den Umgang mit den unterschiedlichsten Facetten von Diversität und Ungleichheit in Theorie und Praxis.

Auf der Jahrestagung möchten wir darüber diskutieren, wie sich ein produktiver Umgang mit den sich daraus ergebenden Ambivalenzen gestalten lässt und uns mit folgenden Fragen befassen:

  • Wie stellen sich Diversität und Ungleichheit in der Sozialen Arbeit empirisch dar und wie können sie theoretisch gefasst werden?
  • Welche Faktoren begünstigen oder vermindern Diversität und Ungleichheit in den Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit?
  • Wie ist es möglich, Verschiedenheit zu benennen ohne Zuschreibungen zu produzieren?
  • Wie kann Diversität „auf Augenhöhe“ benannt werden, ohne strukturelle Ungleichheiten und Machtverhältnisse zu ignorieren?
  • Welche methodischen Konzepte sind geeignet, sich mit diesen Problemen und Potentialen konstruktiv auseinanderzusetzen?

DGSA-Jahrestagung 2010

26./27.11.2010 in der Evangelischen Hochschule Freiburg

 

Das Ganze und seine Teile: Generalisierung und Spezialisierung Sozialer Arbeit im internationalen Maßstab

Veranstalter: 

DGSA Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Freiburg

Inhalt:

Spätestens mit der Einführung gestufter Studiengänge bei den sozialen Berufen und einer Neuordnung des Weiterbildungsmarktes bilden sich nach der Konvergenz von Sozialpädagogik und Sozialarbeit neue Formen der Spezialisierung im Handlungsfeld der Sozialen Arbeit und ihrer benachbarten Professionen heraus. So entstanden im Rahmen des Bolognaprozesses eine Vielzahl hoch spezialisierter Masterstudiengänge, bei denen eine fachwissenschaftliche Verankerung in der Sozialen Arbeit kaum noch zu erkennen ist. Felder, die beispielsweise traditionell der Kinder- und Jugendhilfe zugerechnet werden, gliedern sich aus, profilieren sich erziehungswissenschaftlich und konzentrieren sich auf Erziehungs- und Bildungsaufträge.

In anderen eher klassisch sozialarbeiterischen Handlungsfeldern bilden sich neue Schnittmengen mit dem Gesundheitsbereich oder dem Rechtssystem und profilieren sich neue Berufsgruppen – wie beispielsweise Case Management, Betreuungsmanagement, Quartiersmanagement, Beratung und klinische Sozialarbeit. Diese Entwicklung scheint mit einem Bedarf nach spezifischer ausgeprägten Handlungskompetenzen bei komplexer werdenden Problemstellungen und gleichzeitig schwindender Kohäsion informeller sozialer Systeme einherzugehen. Die traditionalen horizontalen und vertikalen Grenzen zwischen den einzelnen Berufsgruppen und innerhalb dieser werden neu gezogen. Neue Formen der Generalisierung entstehen ebenso wie neue Formen der Spezialisierung.

Obwohl dieser Prozess in Ausbildung und Praxis teilweise zu heftigen Kontroversen geführt hat, wurde dieser in der theoretischen Reflexion bisher kaum thematisiert. Für und als wissenschaftliche Fachgesellschaft stellen sich beispielsweise folgende Fragen:

  • Was sind die Gründe für die Prozesse der Ausdifferenzierung?
  • Welche Gefahren und Chancen liegen in dieser Entwicklung?
  • Welcher Forschungsbedarf besteht?
  • Welchen theoretischen Blick benötigen wir?
  • Wie lässt sich dieser Prozess sinnvoll gestalten?
  • Welche Konsequenzen hat dies für die Gestaltung der Curricula in Aus- Fort und Weiterbildung?
  • Wie sollten ein gestuftes Kerncurriculum und eine Spezialisierung zur „Fachsozialarbeit“ aussehen?

Auf unserer Jahrestagung vom 26. - 27. November 2010 an der EFH Freiburg haben wir Kollegen und Kolleginnen aus unseren deutschsprachigen Nachbarländern und Großbritannien eingeladen und möchten unsere Debatten damit in einem internationalen Kontext führen. Unterschiedliche Perspektiven und Ergebnisse sollen dann in den Sektionen und Fachgruppen sowie in gruppenübergreifenden Diskursen beleuchtet und vertieft werden. Wir erhoffen uns hieraus wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung der Sozialen Arbeit in Theorie, Lehre, Forschung und Praxis.

DGSA-Jahrestagung 2009

27./28.11.2009 in der Hochschule für angewandte Wissenschaften München

 

Zwanzig Jahre Profilierung der Wissenschaft Sozialer Arbeit

Ein Blick zurück – ein Blick nach vorn
Jubiläumstagung der DGSA


Veranstalter:

DGSA Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften München

Inhalt:

Anlässlich des zwanzigjährigen Bestehens der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) möchten wir herzlich zum kritischen Diskurs über die Entwicklung und wissenschaftlichen Fundierung Sozialer Arbeit einladen. Die Soziale Arbeit ist immer aufs Engste mit den Problemen der Gesellschaft und ihren strukturellen Problemen und Verwerfungen verbunden. Sie ist Spiegelbild dieser sozialen Probleme und Kristallisationspunkt von noch nicht erfüllten Bedürfnissen und Hoffnungen über ein besseres und gerechteres Leben zugleich. Die DGSA beschäftigt sich seit ihrer Gründung unter den unterschiedlichsten Perspektiven mit daraus resultierenden Fragestellungen für Theorie und Praxis. So beschäftigen sich Gruppen mit der Frage nach den Aufgaben und Anforderungen für die Theorieentwicklung oder die Forschung Sozialer Arbeit. Andere fragen nach der Bedeutung ethischer, sozialpolitischer und sozialwirtschaftlicher Grundlagen und Implikationen oder sie beschäftigen sich mit den disziplinären und professionellen Herausforderungen in spezifischen Handlungsfeldern wie beispielsweise der Gemeinwesenarbeit, dem Case Management, der Klinischen Sozialarbeit und auch der Ausbildung.

Am ersten Tag werden sich nach einleitenden Grußworten Prof. Dr. C. Wolfgang Müller und Prof. Dr. Peter Sommerfeld (SGSA) zu den Entwicklungsperspektiven und -Anforderungen der Sozialen Arbeit in Wissenschaft und Praxis positionieren. Anschließend wollen wir unser Jubiläum ein wenig feiern sowie die bisherige Arbeit und deren Repräsentanten in einem feierlichen Rahmen würdigen.

Die Sektionen und Fachgruppen der DGSA werden sich dann am nächsten Tag aus ihrer spezifischen Perspektive mit besonderen Fragestellungen der bisherigen Arbeit und zukünftigen Arbeitsperspektiven befassen. Zu diesen als Panels bezeichneten Arbeitsgruppen sind die Mitglieder der Gruppen ebenso eingeladen wie an deren Arbeit interessierte Kollegen und Kolleginnen aus Wissenschaft, Ausbildung und Praxis. Vor dem Hintergrund der eigenen Geschichte und Erfahrungen arbeiten die Gruppen zu den folgenden zentralen Fragen:

  • Welche Bedeutung haben meta-theoretische und handlungstheoretisch-methodische Traditionen?
  • Wie hat sich die Forschung entwickelt und welchen Stellenwert hat sie für die Theorieentwicklung und die Praxis?
  • Wie gestalten sich die Beziehungen zu den alten und neuen Grundlagen-/Bezugswissenschaften bzw. zu benachbarten Handlungswissenschaften?
  • Welche Formen der Differenzierung, Spezialisierung (Fachsozialarbeit) und Generalisierung haben sich entwickelt?
  • Welche neuen Wege eröffnen sich im Zuge des Bologna-Prozesses?

Unterschiedliche Perspektiven und Ergebnisse sollen dann in einem gruppenübergreifenden Diskurs beleuchtet und vertieft werden. Wir erhoffen uns hieraus wesentliche Impulse für die weitere Entwicklung der Wissenschaft Soziale Arbeit und ihrer Bedeutung für Theorie und Praxis.