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Bewegung und Sport

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Anliegen der Fachgruppe

Bewegung und Sport sind klassische Zugänge Sozialer Arbeit, eine Grundlegung erfolgte bereits im 19. Jahrhundert im Chicagoer Settlementhaus Hull House. In den vergangenen 30 Jahren wurde die Qualifizierung zur sport- und bewegungsbezogenen Arbeit im Rahmen der akademischen Ausbildung stark forciert. Dadurch haben Sport und Bewegung eine Aufwertung über die bloße Freizeitgestaltung hinaus als ein Medium in der Sozialen Arbeit erfahren. In der Praxis der Sozialen Arbeit hat der Einsatz bewegungs- und sportorientierter Elemente, dadurch befördert, zu zahlreichen Angeboten und einer methodisch-konzeptionellen Vielfalt geführt. Während zunächst als Begründung sozialpädagogischer Relevanz des Sports, verstanden als Aktivität wie als kulturell-gesellschaftliche Struktur, v.a. die Gruppe sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher, diente, haben bewegungsorientierte Ansätze mittlerweile Einzug in neue Handlungsfelder gehalten, z.B. in die Arbeit mit Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Einschränkungen, in die Flüchtlingsarbeit im Kontext von Bewegung und Trauma oder in die (sozial-)psychiatrische Rehabilitation.

Die Fachgruppe soll der Professionalisierung des Themenfeldes, der kritischen Reflexion, insbesondere der Mythologisierung des Sports, sowie dem regelmäßigen fachlichen Austausch dienen: zwischen den Kolleg_innen mit Bewegungs-, Sport- und Psychomotorikschwerpunkt ebenso wie in die allgemeine Wissenschaft Soziale Arbeit, repräsentiert durch die DGSA als akademischen Dachverband, hinein. Die Diskussion und Weiterentwicklung themenspezifischer Wissensbestände und Fragestellungen in Theoriebildung und Forschung sowie entsprechende Methoden und Handlungskonzepte und deren didaktische Vermittlung in Aus-, Fort- und Weiterbildung stehen im Vordergrund der Arbeit. Die Themen umfassen u.a. bewegungs-, sport- und erlebnispädagogische, psychomotorische, körpersoziologische, sportwissenschaftliche und genuin sozialarbeitswissenschaftliche Zugänge im Feld der Sozialen Arbeit. Bewegung und Sport als Medium in der Sozialen Arbeit und das wechselseitige Verhältnis von Individuum und Gesellschaft sind Gegenstand der Untersuchungen in diesem Feld. Dem Körper kommt eine besondere Bedeutung zu, er wird sowohl als wahrnehmendes, gestaltendes Subjekt im Sinne leiblicher Erfahrung als auch als Objekt gesellschaftlicher Prägung als Untersuchungsgegenstand mit betrachtet.

Im Rahmen der Fachgruppenarbeit sollen aktuelle Forschungs- und Praxisprojekte vorgestellt und diskutiert werden. Hier kann herausgearbeitet werden, welche Gelingensfaktoren für eine qualitativ evidente Praxis in Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit sein können. Neben handlungsorientierter Forschung wird der Grundlagenforschung ein hoher Stellenwert beigemessen. 

Die Fachgruppe versteht sich als offenes Forum für Kolleg_innen aus Hochschule und Praxis. Der Austausch mit anderen Fachgruppen der DGSA, z.B. in Form gemeinsamer Stellungnahmen, aber auch mit Sektionen verwandter Fachgesellschaften wie z.B. der Sektion Soziologie des Körpers und des Sports der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), der Sektion Sportsoziologie der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (DVS) oder der Kommission Sportpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE), ist ausdrücklich gewünscht, ebenso wie die internationale Vernetzung u.a. durch Teilnahme an Fachtagungen. Es bestehen bereits Kontakte zu Kolleg_innen in der Schweiz (FH Luzern) und in Belgien (Universiteit Gent) sowie zum Internationalen Fachverband der Sportsozialarbeiter_innen, Alliance of Social Workers in Sports (ASWIS), in den USA.