Fachgruppen

Soziale Arbeit und Digitalisierung

Sprecher*innen:

Stefanie Neumaier, TH Rosenheim
Kontakt: stefanie.neumaier(at)th-rosenheim.de 

Joshua Weber, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW
Kontakt: joshua.weber(at)fhnw.ch

Nächster Termin: erste DiGSA-Session am 21. Juni 2024

Wie bereits angekündigt, wollen wir mit den „DiGSA-Sessions“ ein Format anbieten, über das wir in einen thematischen Austausch kommen und zugleich die Aktivitäten der Mitglieder dieser Fachgruppe sichtbar werden können. Wir freuen uns sehr, euch hiermit zum Auftakt dieses Formats einzuladen. Wir werden uns am 21. Juni 2024 von 15:30 bis 17:00 Uhr dem Thema „Künstliche Intelligenz im Studium der Sozialen Arbeit“ annehmen.

Interessierte sind außerdem immer herzlich eingeladen! Wir haben hierfür eine DFN-Liste eingerichtet, die regelmäßig mit Infos bespielt wird. Nähere Infos gibt es auch direkt bei den Sprecher*innen der Gruppe, Anfragen gerne per E-Mail, eine Eintragung auf die Liste kann auch selbstständig erfolgen. Zur DFN-Liste geht es über folgenden Link: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/digsa 

Soziale Arbeit und Digitalisierung

Mit Blick auf die wissenschaftliche Auseinandersetzung konstatieren Seelmeyer und Kutscher, Digitalisierung habe „sich zu einem Querschnittsthema entwickelt und etabliert, das heute – ähnlich wie beispielsweise Genderfragen – nicht nur in Spezialdiskursen verhandelt, sondern in den unterschiedlichsten Themenzusammenhängen mit aufgegriffen wird“ (2021, S. 23, Hervorh. i. O.). Eine reflexive Auseinandersetzung mit dem Thema stünde jedoch weitestgehend noch aus (vgl. ebd., S. 17).

Mit Blick auf den digitalen Wandel möchte die Fachgruppe sowohl gegenüber den Mitgliedern sowie anderen Fachgruppen, als auch darüber hinaus als Ansprech- und Kooperationspartnerin sowie als ein Ort der wissenschaftlichen Auseinandersetzung und Reflexion in Belangen der Digitalisierung in der Sozialen Arbeit zur Verfügung stehen. Als einer der wesentlichen Schwerpunkte der Fachgruppe gilt die Bündelung und – daran anknüpfend – das Vorantreiben der Fortschritte im Zuge der curricularen Verankerung digitaler Kompetenzen in Studiengängen der Sozialen Arbeit.

Literatur

Seelmeyer, Udo; Kutscher, Nadia (2021): Zum Digitalisierungsdiskurs in der Sozialen Arbeit. Befunde – Fragen – Perspektiven. In: Wunder, Maik [Hrsg.]: Digitalisierung und Soziale Arbeit. Transformationen und Herausforderungen. Bad Heilbrunn: Verlag Julius Klinkhardt 2021, S. 17-30 - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-231580 - DOI: 10.25656/01:23158

  • April 2024: Im Rahmen der DGSA-Jahrestagung 2024 an der EAH-Jena fand ein aus der Fachgruppe heraus entstandenes Panel unter dem Titel "Digital bedingten Wandel verstehen: Wissenschaftstheoretische, professionstheoretische und hochschulpraktische Zugänge zur digitalen Transformation in der Sozialen Arbeit" statt.
  • April 2024: Beim Frühjahrestreffen 2024 wurde der Amtswechsel vollzogen und über die zukünftige Ausrichtung der Fachgruppe gesprochen.
  • April 2024: Nach knapp dreieinhalb Jahren gibt es einen Wechsel in der Sprecher:innen-Position. Michelle Mittmann und Adrian Roeske geben ihren Posten ab und fortan leiten Stefanie Neumaier und Joshua Weber die Fachgruppe Digitalisierung. 
  • Dezember 2023: Das Herbsttreffen ist in Folge der LED23-Tagung zu einem Wintertreffen umfunktioniert worden. Wir haben am 08.12. einerseits auf die Tagung zurückgeblickt und andererseits über die Arbeit in der KI-AG sowie der Medienkompetenz-AG gesprochen.
  • November 2023: In Kooperation mit den Fachgruppen Ethik und Lehre hat am 24. November die gemeinsame Tagung unter dem Titel "Wie und was wollen wir in 2023 lehren?" stattgefunden. Mit knapp 90 Teilnehmenden in Präsenz und 30-40 Personen, die digital mitgewirkt haben, gab es einen spannenden Austausch.
  • April 2023: Das Frühjahrstreffen drehte sich um die Vorbereitung der LED23-Tagung. Außerdem gab es eine Vorstellung des interdisziplinären Digitalisierungskollegs "digi.prosa" sowie einen Erfahrungsaustausch zu Pflicht-Praktika während der Pandemie.
  • Herbst 2022: Das Herbsttreffen der Fachgruppe stand im Zeichen des Themas "Doing Digitality", bei welchem Prof. Dr. Marc Weinhardt (Universität Trier) einen Input beigesteuert hat und sich in Folge intensiv über das Thema ausgetauscht wurde.
  • April 2022: Das Frühjahrestreffen der Fachgruppe fand am 22. April 2022 hybrid an der TH Köln statt. Inhaltlich drehte sich das Treffen um Medienkompetenz / digitale Kompetenz / informationstechnische Bildung sowie Blended Counseling, die Inputs kamen von Julius Späte (FH Potsdam) und Dr. Claudia Roller (TH Köln).
  • Februar 2022: Die Fachgruppen "Soziale Arbeit und Lehre", "Ethik und Soziale Arbeit" sowie "Soziale Arbeit und Digitalisierung" treffen sich zu einem informellen Austausch und beraten, an welchen Stellen es Überschneidungen in der inhaltlichen Arbeit geben könnte.
  • Herbst 2021: Die Fachgruppe trifft sich zum Herbsttreffen, inhaltlich wird vor allem das Thema Curriculumsentwicklung diskutiert. Eine Geschäftsordnung wird außerdem vorschlagen, diskutiert und soll im nächsten Schritt als Code of Conduct umgesetzt werden.
  • Februar 2021: Im Blog der DGSA werfen wir einen Blick auf die Genese und das Anliegen der Gruppe. Unter dem Titel "DGSA wird um Fachgruppe „Digitalisierung und Soziale Arbeit“ ergänzt" wirft Adrian Roeske einen Blick auf die anstehende Arbeit der Fachgruppe und geht dabei auch auf die corona-bedingten Herausforderungen im Gründungsprozess ein.
  • Januar 2021: Im Newsletter 1/2021 werfen Michelle Mittmann und Joachim Rennstich einen Blick auf das Thema Digitalisierung und die Themen, die im Rahmen der Arbeit in der DGSA interessant werden dürften: https://www.dgsa.de/fileadmin/Dokumente/Newsletter/Newsletter_DGSA_1_21.pdf 
  • Die Fachgruppe ist im Oktober 2020 gegründet worden, zu den "Gründungsmitgliedern" zählen Michelle Mittmann, Jan Vanvinkenroye, Joachim Rennstich, Gabriele Janlewing, Vera Taube und Adrian Roeske. Unter dem Hashtag #DiGSA kommuniziert die Gruppe auf den gängigen Social Media-Kanälen über die Arbeit der Gruppe.
  • Mittmann, Michelle; Roeske, Adrian; Weber, Joshua; Remke, Sara; Schiffhauer, Birte (2023): Studium Soziale Arbeit und Digitalisierung: Erkenntnisse zur curricularen Verankerung der digitalen Transformation. In: Köttig, Michaela; Kubisch, Sonja; Spatscheck, Christian (Hrsg.): Geteiltes Wissen – Wissensentwicklung in Disziplin und Profession Sozialer Arbeit. Opladen, Berlin: Barbara Budrich. Band 26, S. 237-250.
  • Helbig, Christian; Roeske, Adrian (2020): Digitalisierung in Studium und Weiterbildung der Sozialen Arbeit. In: Kutscher, Nadia; Ley, Thomas; Seelmeyer, Udo; Siller, Friederike;  Tillmann, Angela; Zorn, Isabell (Hg.): Handbuch Soziale Arbeit und Digitalisierung. Weinheim/Basel: Beltz Juventa, S. 333-346
  • Mittmann, Michelle (2019): Digitale Kompetenzen in der Lehre der Sozialen Arbeit. Entwurf eines Kompetenzrahmens auf Basis inhaltsanalytischer Auseinandersetzungen mit dem Kerncurriculum der DGSA und dem Qualifikationsrahmens des FBTS. [Master-Thesis; bisher unveröffentlicht]

Ethische Fragen, Folgen und Herausforderungen der Digitalisierung in der Lehre der Sozialen Arbeit

Die Digitalisierung verändert bereits seit einiger Zeit die Arbeits-, Lebens- und Lernwelten der Menschen und führt somit auch zu neuen Herausforderungen in Disziplin und Profession Sozialer Arbeit. Der Prozess der Digitalisierung geht einher mit anderen sozialen Transformationen, wie dem Klimawandel, globalen Konflikten, Migrationsbewegungen und der Zunahme sozialer Ungleichheit. Es zeichnet sich ein zusätzlicher, neuer und gravierender Einfluss auf die Entgrenzung von bestehenden Normen und Werten auf den sozialen Zusammenhalt ab. Daraus ergeben sich Herausforderungen für die Ethik in der Sozialen Arbeit, die sich sowohl thematisch als auch didaktisch in der Lehre widerspiegeln.

Es bestehen Imperative zur Vermittlung sogenannter „future skills“ an die Studierenden, um die Anschlussfähigkeit an die digitalisierte Arbeit zu gewährleisten. Nicht erst seit der Corona-Pandemie zeigt sich die zunehmende Notwendigkeit, dass der Methodenkoffer der Lehrenden neue und zielführende Formen für digitale Studien- und Prüfungsformate enthalten muss. In der Sozialen Arbeit rückt somit ein Thema, welches bis vor wenigen Jahren im Hintergrund stand, ins Zentrum des fachlichen Diskurses. Digitalisierung und digitalisierte Lehrformate bergen besondere ethische Herausforderungen für die Profession Sozialer Arbeit, mit denen in Hinblick auf eine zukunftsorientierte Qualifikation der Studierenden ein hoher Entwicklungs- und Diskussionsbedarf besteht.

In diesem Rahmen stellen sich die Fachgruppen „Soziale Arbeit in der Lehre“, „Soziale Arbeit und Digitalisierung“ und „Ethik und Soziale Arbeit“ der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit e.V. (DGSA) das Ziel, die inhaltliche Gestaltung des Studiums, die kompetenzorientierte Lehre und die hochschuldidaktischen Formate in Hinblick auf einen durch Digitalisierung dominierten Sozialen Wandel zu diskutieren. Während der gemeinsamen Tagung sollen Werte und Normen hinterfragt und geprüft werden, die uns in Zeiten des digitalen Wandels an den Hochschulen auf unterschiedlichen Ebenen beschäftigen. Darüber hinaus sollen die Beitragenden und Teilnehmer:innen eingeladen werden, ihre Visionen einer zukunftsorientierten Lehre entlang ethischer Kodizes der Sozialen Arbeit zu entwerfen.

Ziele und Fragen der Tagung:

  1. Welche Potentiale und Risiken birgt Digitalisierung für die Teilhabe, insbesondere an Bildung, und für soziale Gerechtigkeit? Wie kann digitale Teilhabe gefördert werden? Welche Möglichkeiten bestehen hinsichtlich digitaler Teilhabe vor dem Hintergrund unterschiedlicher Bildungs- und Medienzugänge auf lokaler und/oder globaler Ebene?

  2. Welche ethischen Chancen und Risiken bieten assistive Technologien, Sozialrobotik und algorithmenbasierte Entscheidungsverfahren in verschiedenen Arbeitsfeldern der Sozialen Arbeit? Und wie können Lehrende, Studierende und Praktiker:innen der Sozialen Arbeit dafür sensibilisiert werden?

  3. Wie können Herausforderungen des Zusammenwirkens von Digitalisierung mit weiteren globalen und gesellschaftlichen Transformationen, wie Klimawandel, Krieg, Flucht, Migration in der Lehre zur Handlungskompetenzförderung zukünftiger Fachkräfte interdisziplinär gestaltet werden?

  4. Welche Auswirkungen hat Anonymität im Netz für die Praxis und die Lehre in der Sozialen Arbeit und welche ethischen Fragestellungen lassen sich diesbezüglich ableiten?

  5. Wie wirkt sich die Immaterialität digitaler Sozialräume auf Arbeits-, Lebens- und Lernwelten aus und wie kann sich die Soziale Arbeit dazu positionieren?

  6. Wie kann ein tragfähiger und vertrauensvoller Beziehungsaufbau in der digitalen Welt zwischen Lehrenden und Lernenden im Studium, aber auch zwischen Sozialpädagog:innen und Klient:innen in der Praxis gelingen?

  7. Welche Kompetenzen müssen Lehrende, Studierende und Praktiker:innen in der sozialen Arbeit innehaben, um den digitalen Wandel mitzugestalten? Kann in diesem Kontext von Medienkompetenzen gesprochen werden oder müsste der Kompetenzbegriff neu gedacht werden? Inwiefern müssen ethische Prinzipien bei der Curriculumentwicklung bzgl. dieser (Medien-)Kompetenzen eine Rolle spielen?