Sektionen

Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit

Sprecherin

Kerstin Balkow, Promotionszentrum Soziale Arbeit Hessen

Stellvertreterinnen

Prof. Dr. Susanne Gerner, Evangelische Hochschule Darmstadt

Prof. Dr. Lotte Rose, Frankfurt University of Applied Sciences

Kontakt

kerstin.balkow(at)h-da.de

susanne.gerner(at)eh-darmstadt.de

rose(at)fb4.fra-uas.de

Sektion „Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit“

Die Sektion „Gender und Queer Studies in der Sozialen Arbeit“ versteht sich als ein Raum zur kollegialen Diskussion von Geschlechterfragen in Disziplin und Profession Sozialer Arbeit. Sie ist 2021 aus der Fachgruppe „Gender“ der DGSA hervorgegangen.

Sie sieht sich in der langen Tradition der Kritik und Veränderung der Geschlechterverhältnisse in Gesellschaft und Sozialer Arbeit, die mit der ersten Frauenbewegung an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ihren Anfang nahm. Im Zuge dessen wurde nicht nur Soziale Arbeit maßgeblich von Frauen als Beruf für Frauen professionalisiert, sondern es wurden zahlreiche Hilfeleistungen zur Verbesserung des Lebens von Frauen und Mädchen auf den Weg gebracht. Mit der zweiten Frauenbewegung in den frühen 1970er-Jahren wurden die Hilfeangebote für Mädchen und Frauen weiter ausgebaut. Gewaltschutzeinrichtungen wurden gegründet, das Konzept der parteilichen Mädchenarbeit entwickelt. Zugleich wurden in Lehre und Forschung die Fragen nach den Vergeschlechtlichungen und Herrschaftsverhältnisses des Alltags und geschlechtsspezifischen Bewältigungskonflikten erstmals systematisch gestellt. Im weiteren zeitlichen Verlauf gerieten zudem auch die Lebenslagen und Unterstützungsbedarfe von Männern und Jungen nachdrücklicher in den fachlichen Blick. In den späten 1990er Jahren führten dekonstruktivistische und queertheoretische Impulse der Gender Studies zu neuen Fachdebatten in der Sozialen Arbeit um die Überwindung der Binarität und Heteronormativität von Geschlecht hin zu Geschlechtervielfalt.  

Anliegen der Sektion ist, gemeinsam Fragen der Theoriebildung, Forschung, Praxis- und Professionsentwicklung der Sozialen Arbeit unter geschlechter-, queer- und intersektionalitätstheoretischer und männlichkeitskritischer Perspektive nachzugehen. Ziel ist, das Wissen zur Praxisrelevanz von Geschlecht* zu erweitern und die Leistungen Sozialer Arbeit im Sinne der Menschrechtsprofession Sozialer Arbeit geschlechtergerecht weiterzuentwickeln.

Die Mitglieder sind mehrheitlich an Hochschulen für angewandte Wissenschaften tätig und gehören verschiedenen wissenschaftlichen Statusgruppen an. Die Sektion ist offen für alle Personen, die sich der Themenstellung der Sektion verbunden fühlen und an ihrer Weiterentwicklung interessiert sind.

Die Sektion trifft sich  einmal im Semester (in der Regel Frühjahr und Herbst) zum fachlichen Austausch. Interessierte wenden sich bitte an die Sprecher*innen. Für die Mitgliedschaft in der Sektion ist die Mitgliedschaft in der DGSA keine Voraussetzung.

Dank

Wir danken Prof. Dr. Gudrun Ehlert (Hochschule Mittweida) für den Einsatz zur Etablierung der Geschlechterforschung in Disziplin und Profession Sozialer Arbeit und die Entwicklung der fachlichen Vernetzung hierzu. Ihr Engagement begann um Jahrtausendwende mit der Initiative in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie zur Vernetzung von Geschlechterforscherinnen an Hochschulen für angewandte Wissenschaften über die Gründung des Arbeitskreises des Fachbereichstages Soziale Arbeit „Geschlechterverhältnisse und soziale Arbeit“ bis hin zur Überführung dieses AK in eine Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit und schließlich zur Sektion „Gender- und Queer Studies in der Sozialen Arbeit“. Über viele, viele Jahre hat sie die Mitglieder des Netzwerkes mit kontinuierlichen Informationen zur Genderforschung versorgt, das Netzwerk in der DGSA vertreten, die Arbeitstreffen vorbereitet und inhaltlich mitgestaltet und Panels der Sektion auf den Jahrestagungen der DGSA auf den Weg gebracht. Mit dem Handbuch „Grundbegriffe Soziale Arbeit und Geschlecht“, das sie mit Gerd Stecklina und Heide Funk herausgegeben hat und das 2022 in der zweiten überarbeiteten Auflage erschienen ist, hat sie einen bedeutsamen wissenschaftlichen Bezugspunkt für den Fachdiskurs zur Geschlechterforschung für die und in der Sozialen Arbeit geschaffen.

Aktuelles

Sektionstreffen in Frankfurt am Main, 15./16.03.2024

 

 

Hier können Sie aktuelle Publikationen unserer Sektionsmitglieder einsehen. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und wird regelmäßig aktualisiert. Wenn Sie eine Veröffentlichung zur Aufnahme in die Liste melden möchten, wenden Sie sich bitte an Kerstin Balkow (kerstin.balkow@h-da.de).