Forschungsethik-Kommission: Begutachtung von Forschungsvorhaben

Es können Anträge an die Forschungsethik-Kommission gestellt werden, um Forschungsvorhaben zur Sozialen Arbeit begutachten zu lassen.

Die Kommission schließt nicht aus, auch Anträge zu begutachten, für die kein Gutachten eingefordert wurde. Auch Anträge von Promovierenden sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, zumal bei publikationsbasierten Dissertationen Gutachten erforderlich sein können. Anträge von Promovierenden können begutachtet werden, wenn für konkrete Publikationsvorhaben ein Ethikgutachten zur Forschungsarbeit benötigt wird.

Allerdings sieht sich die Kommission grundsätzlich nicht für die forschungsethische Beratung, Begleitung und Unterstützung empirischer Forschungsarbeiten von Promovierenden zuständig, ebenso wenig für Forschung, die im Rahmen von Bachelor-/Masterarbeiten oder Lehrforschungsprojekten geplant und durchgeführt wird. Die Grundlagen guten wissenschaftlichen Arbeitens zu vermitteln ist Aufgabe der Betreuer*innen bzw. Lehrenden (vgl. Deutsche Forschungsgemeinschaft 2019). Dazu zählen auch die forschungsethische Beratung und Unterstützung solcher Vorhaben. Darüber hinaus sind Graduiertenkollegs bzw. Promotionskollegs für die forschungsethische Sensibilisierung der eingeschriebenen Promovend*innen verantwortlich, auch für Beratungsangebote, die über die Betreuungsverhältnisse hinausgehen.

Die Einreichung eines Forschungsantrags an die Forschungsethik-Kommission der DGSA ist freiwillig. Für DGSA-Mitglieder erfolgt die Begutachtung kostenlos. Für andere Antragsteller*innen wird eine Gebühr fällig.

Bis zur Verabschiedung eines eigenen Forschungsethikkodex‘ der DGSA (2020 Vorlage zum Beschluss durch die Mitgliederversammlung) kann das Eckpunktepapier Orientierung geben, auch in der Lehre und Betreuung von Forschungsarbeiten in der Sozialen Arbeit.

Gründung der Forschungsethik-Kommission der DGSA

Am 19.10.2018 wurde in Frankfurt am Main die Forschungsethik-Kommission der DGSA vom Vorstand eingesetzt.

In die Kommission wurden berufen:

Prof. Dr. Julia Franz (Alice Salomon Hochschule Berlin, Vorsitz)

Prof. Dr. Andreas Lob-Hüdepohl (Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin, stellvertr. Vorsitz)

Prof. Dr. Christian Ghanem (Katholische Stiftungshochschule München, Benediktbeuern)

Prof. i.R. Dr. Sibylla Flügge (Frankfurt University of Applied Sciences)

Prof. Dr. Sigrid Graumann (Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe, Bochum)

Wie in anderen sozialwissenschaftlichen Bereichen werden auch im Feld der Wissenschaft Sozialer Arbeit bei der Einreichung von Forschungsanträgen für empirische Projekte und bei der Veröffentli­chung in Fachzeitschriften zunehmend Gutachten einer Forschungsethik-Kommission gefordert. Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der DGSA nach ausführlichen Beratungen und unter Beteiligung der Sektionen und Fachgruppen der DGSA, insbesondere der Sektion Forschung und der Fachgruppe Ethik, beschlossen, eine Forschungsethik-Kommission einzurichten.

Aufgabe der Forschungsethik-Kommission ist es, auf Antrag Forschungsprojekte und Publikationen forschungsethisch zu prüfen, Hinweise für eine in ethischer Hinsicht angemessene Ausgestaltung zu geben und Gutachten zu erstellen. Die Gutachten haben empfehlenden Charakter und können dem Antrag oder der Publikation bei Einreichung beigelegt werden. Arbeitsgrundlagen der Forschungsethik-Kommission sind die Satzung und das Eckpunktepapier ‚Forschungsethik in der Sozialen Arbeit‘.