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Gemeinwesenarbeit

 

Traurige Mitteilung

Wir betrauern den Tod unseres Kollegen und langjährigen Sektionsmitglieds Jan Zychlinski. Jan ist am 10. Juli 2022 nach schwerer Krankheit verstorben.

Wir haben ihn als hoch engagierten Kollegen kennen und schätzen gelernt. Jan hat national und auch international leidenschaftlich für Soziale Gerechtigkeit gearbeitet, ob als Praktiker, Wissenschaftler oder Fotograf mit scharfem und feinem Blick auf die Menschen und die Verhältnisse, insbesondere in ost-europäischen Ländern. Nach langjähriger Praxis als einer der drei ersten Quartiersmanager in Leipzig, als lokaler Koordinator nach der Jahrhundertflut an der Elbe im August 2002 und unmittelbar daran anschließend als Fachberater für Community Development bei Caritas international war er seit 2007 Professor für Soziale Arbeit/Sozialraum- und Stadtentwicklung an der Berner Fachhochschule. Als einer der wenigen ostdeutschen Akteur*innen wirkte Jan zudem sehr engagiert an der Gründung der Bundesarbeitsgemeinschaft Soziale Stadtentwicklung und Gemeinwesenarbeit e.V. im November 2002 im Burckhardthaus in Gelnhausen mit.

Jede*r, die*der Jan aus Kooperationen unterschiedlicher Art kennt, wird seine unverwechselbare Weise kennen und schätzen gelernt haben, mit der er richtungsweisende Themen vorantrieb, Widerspruch leistete und neue Netzwerke erschloss.

Im aktuellen Tagungsband der DGSA ist gerade ein Artikel erschienen, den er mit Kolleg*innen aus der Sektion zusammen verfasst hat. Die Veröffentlichung hat er nicht mehr erlebt, das Buch nicht mehr in Händen halten können. Auch wenn er die Veröffentlichung nicht mehr persönlich erfahren kann, so werden wir uns innerhalb der Sektion mit seinem Schaffen noch genau auseinandersetzen, hat Jan doch die für uns relevanten Fragen (um ausgewählte zu nennen: Partizipation, Raum- und Entwicklungsbegriff, Netzwerkarbeit, inter- und transnationale Zusammenarbeit) nicht nur theoretisch hergeleitet sondern auch methodisch für Anwendungsprobleme ausbuchstabiert, und war er doch Zeit seines Wirkens damit befasst, diese Auseinandersetzungen zu führen.

Im November trifft sich die DGSA Sektion in Bern. Jan hatte das ursprünglich für 2021 vorgesehene Treffen engagiert und umsichtig mit vorbereitet. Nun müssen wir uns ohne ihn in Bern treffen. Das Gedenken an Jan wird Bestandteil unseres Wiedersehens dort sein.

Möge Jan in Frieden ruhen.


Sprecher_innen

Prof. Dr. Maria Bitzan, Hochschule Esslingen
Maren Schreier, Fachhochschule St. Gallen


Kontakt

maria.bitzan(at)hs-esslingen.de
maren.schreier@ost.ch


Inhalt

Die Sektion beschäftigt sich mit aktuellen Entwicklungen in der Gemeinwesenarbeit, mit der Aktualisierung von Kernbegriffen und Methoden der Gemeinwesenarbeit und deren didaktischer Vermittlung in der hochschulischen Ausbildung sowie der Fort- und Weiterbildung. Außerdem gehört die theoretische und empirische Auseinandersetzung mit gegenwärtigen sozialpolitischen Rahmenbedingungen der Gemeinwesenarbeit zu ihrem Anliegen. In der Sektion wird, aufsetzend auf fachlichem Austausch und gemeinsamer Analyse projektorientiert und auf konkrete publizierbare Ergebnisse hin gearbeitet.

Die Sektion Gemeinwesenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit hat sich im Herbst 2001 aus einer Arbeitsgruppe im Anschluss einer DGSA-Tagung 2004 gegründet. Sie besteht gegenwärtig aus ca. 25 aktiven Mitgliedern, die in der hochschulischen Lehre und Forschung in Deutschland, der Schweiz und Österreich tätig sind, einige sind zusätzlich auch als Praktiker_innen „im Feld“ aktiv.

Die Treffen der Sektion finden zweimal im Jahr statt. Neue aktive Mitglieder sind herzlich willkommen. Die Aufnahme neuer Personen erfolgt nach persönlicher Teilnahme an einem Sektionstreffen und bei Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit.

Das nächste Sektionstreffen wird vom Freitag 21. April, 17.00 bis Sonntag 23. April, 13.00 in Köln stattfinden.