Prof. Dr. Monika Althoff
Prof. Dr. Susanne Iris Bauer
Prof. Dr. Cornelia Füssenhäuser
Prof. Dr. Monika Althoff
IU Internationale Hochschule
Lindemannstraße 79
44137 Dortmund
Kontakt: monika.althoff(at)iu.org
Prof. Dr. phil. Susanne Iris Bauer
Fachbereich Soziale Arbeit
Duale Hochschule Schleswig Holstein (DHSH) Kiel
Hans-Detlev-Prien-Str. 10
24106 Kiel
Kontakt: susanne-iris.bauer(at)dhsh.de
Prof. Dr. Cornelia Füssenhäuser
Hochschule RheinMain
Wiesbaden Rüsselsheim
Postfach 3251 Wiesbaden
Besucheranschrift: Kurt-Schumacher-Ring 18, 65197 Wiesbaden
Kontakt: cornelia.fuessenhaeuser(at)hs-rm.de
Die Fachgruppe befasst sich mit Fragen ‚des Falls‘, des ‚Fallverstehens` und ‚der Fallarbeit‘ als spezifischen Phänomenen der Sozialen Arbeit. Ziel der Fachgruppe ist es sich sowohl mit dem Fallbegriff, der Konstitution, der Konstruktion von Fällen in der Sozialen Arbeit, aber auch der Rekonstruktion von Fällen und Fallentwicklungenin der Forschung und Praxis zu beschäftigen. Darüber hinaus ist es unser Ziel auch konkret an und von Fällen zu lernen und mit ihnen zu arbeiten bspw. durch die Initiierung und Verstetigung von Arbeitsgruppen/Netzwerken in denen unterschiedliche Akteur*innen wie Lehrende, Studierende, Nutzer*innen/Adressat*innen und Fachkräfte im Sinne von Communities of Practice (CoPs) zusammenarbeiten.
Hier finden Sie die aktuelle Version der Geschäftsordnung der Fachgruppe Fälle und Fallarbeit in der Sozialen Arbeit
Sie haben die Möglichkeit die Informationen und Einladungen der Sektion über folgenden Link zu abonnieren: https://www.listserv.dfn.de/sympa/info/fallarbeit
(am linken Seitenrand auf "Abonnieren" klicken)
Herzliche Einladung zur Herbsttagung der Fachgruppe Fälle und Fallarbeit in der Sozialen Arbeit.
Die Veranstaltung findet online (Zoom) statt.
In drei 90-minütigen Arbeitsphasen werden wir uns unter dem Arbeitsthema „Orte der Fallarbeit“ mit den Gemeinsamkeiten, Differenzen und Spezifika von Fallgenese und Fallarbeit an und in unterschiedlichen Orten befassen und unterschiedliche Zugänge zu Fallkonstitution und Fallverstehen weiter differenzieren.
„Hochschule(n) als Ort des wissenschaftlichen Handelns. Blickwinkel und Zugänge zu Fall und Fallarbeit“, Prof. Dr. Monika Althoff
„Praxis als Ort von Fallverstehen und Fallarbeit“, Prof. Dr. Laura Dickmann-Kacskovics
„Fälle zugänglich machen, Fallperspektiven eröffnen – das Fallarchiv Soziale Arbeit als Infrastruktur individueller und kollektiver Professionalisierung“, Netzwerk Fallarchiv Soziale Arbeit
Termin: Donnerstag, 19.11.2026, von 18.00 bis 20.00 Uhr sowie Freitag, 20.11.2026 von 10.00 bis 14.00 Uhr
Das Herbstreffen der Fachgruppe findet online digital via Zoom statt: https://hs-rm.zoom-x.de/j/64607219833?pwd=kiYlkOMZnMT0vlfHZ4FDIhLijjMyRF.1
Die „Fachgruppe Fälle und Fallarbeit in der Sozialen Arbeit“ diskutierten entlang von drei Beiträgen Grundfragen des Fallverstehens und der Fallkonstitution.
Diana Bruski (Reflektierbar Wiesbaden) thematisierte vielfältige Dimensionen des Fall- und Sinnverstehens und setzte sich dabei begrifflich-theoretisch mit unterschiedlichen Überlegungen zur Differenzierung relationaler Verstehensprozesse auseinander. Neben einer breiten und kritischen Auseinandersetzung mit dem Begriff der Reflexion und der Institutionalisierung der Reflexionskultur (über Sozialwissenschaften, Philosophie, Sprache/Kommunikation und Soziale Arbeit) wurden dabei sechs Verstehensdimensionen: psychologisches Verstehen, szenisches Verstehen, Selbstverstehen, strukturelles Verstehen, professions(logisches) Verstehen, Sinnverstehen unterschieden.
Boris Friele (IU Berlin) diskutierte entlang eines exemplarischen Fallbeispiels begrifflich-systematisch Zugänge des Sinnverstehens entlang der Theorieperspektiven der Lebensweltorientierung sowie ergänzend der Lebensbewältigung. Der Beitrag ermöglichte dabei eine kritische Perspektive auf ein Lebensweltorientiertes Sinnverstehen psychopathologischer Phänomene sowie ein Ausreizen der Potenziale eines lebensweltorientierten Fallverstehens. Dabei wurde gefragt, inwiefern die Lebensweltorientierung über die Kritische Psychologie subjekttheoretisch weiter geschärft werden kann. Zentrale These: Mit den subjekttheoretischen Bestimmungen der Kritischen Psychologie kann das im Fall aufscheinende Verhalten als 'psychopathologisches' Verhalten im Sinne der LWO als psychodynamisch funktionierender Widerstand gegen nicht verstandene gesellschaftliche Zumutungen verstanden werden.
Kathrin Coobs (BTU Cottbus - Senftenberg) rekonstruierte in einer dialogischen (Fall-)Werkstatt gemeinsam mit den Teilnehmer*innen Verstehenshorizonte der Fallbearbeitung / Fallarbeit. Zentral war hierbei die Frage wie wir von „Sinnverstehen“ zum „Fallverstehen“ gelangen und welche Verstehensprozesse hier deutlich werden. In unterschiedlichen Kleingruppen rekonstruierten die Teilnehmer*innen entlang unterschiedlicher Fragestellungen die eigenen Konstruktionsprozesse der Falldeutung erschlossen und hinterfragt.
Die Veranstaltung wurde von der (kommissarischen) Sprecherin Cornelia Füssenhäuser eröffnet und mit einer Vorstellungsrunde der Anwesenden verbunden.
Nachfolgend wurde in Form eines Gallery Walk die weitere Konstituierung der Fachgruppe weitergehend abgestimmt. Im Fokus standen die Organisation und Terminierung der Fachgruppentreffen, die Kommunikation innerhalb der Arbeitsgruppe sowie die Wahl der Sprecher:innen.
Die Fachgruppe hat sich für die weitere Zusammenarbeit auf jeweils ein Online-Treffen im November oder Dezember sowie eine Präsenzveranstaltung im März oder Juni eines Jahres verständigt.
Bewährt und entsprechend beibehalten wird das offene Format der Mailingliste (Koordination: Cornelia Füssenhäuser) – diese ist für alle Mitglieder der Fachgruppe für den Versand von Informationen offen. Geplant ist zudem Erstellung einer Leseliste zu „Fall und Fallarbeit in der Sozialen Arbeit“ (Koordination: Monika Althoff und Annika Kallfaß). Des Weiteren wurde perspektivisch die Bildung von Arbeitsgruppen diskutiert, diese sind für die Teilnehmenden in einer späteren Arbeitsphase wünschenswert und können sich aus dem weiteren Arbeitsprozess der Fachgruppe Situation ergeben.
Die Wahl der Sprecher:innen (mindestens zwei) ist für das Frühjahr 2026 über ein Online-Wahl-Tool geplant. In Hinblick auf die Arbeitsfähigkeit der Sprecher:innen wird die Anzahl der Sprecher:innen auf maximal vier begrenzt. Die Vorbereitung der Wahl erfolgt durch Michaela Köttig und Boris Thiele. Eine entsprechende Information über das Interessensbekundungsverfahren sowie den Ablauf der Wahl geht den Mitgliedern der Fachgruppe über die Mailingliste zu.
Das Tagungsthema „Dimensionen der Fallkonstitution und Fallarbeit“ wurde durch vier Impulsbeiträge einführend gerahmt und nachfolgend kollaborativ vertiefend diskutiert.
Davina Höblich (Hochschule RheinMain) entfaltete entlang zentraler Kategorien der Fallkonstitution (Individuum / Adressat:in, Individuum / Fachkraft, Interaktion / Arbeitsbeziehung, Akte / Dokumentation, Organisation und Wohlfahrtstaat wie der Fall durch das Handeln unterschiedlicher Akteur:innen als Fall konstituiert und zugerichtet wird. Fallarbeit als zirkulärer Prozess erfordert eine ständige Sondierung und Neubewertung des jeweiligen Falls.
Michael Domes (Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm) fragte in Hinblick auf eine theoriegeleitete Fallanalyse nach Leerstellen von Theorien der Sozialen Arbeit und fokussierte auf die Vermittlung von Theorien als aktive Aneignungsleistung sowie die reziproke Verschränkung von Fallverstehen und Theorieverstehen bzw. Theorie(n) und Praxis Sozialer Arbeit.
Christin Schörmann (IU Internationale Hochschule, Duisburg und Münster) verortete die zentrale Funktion des Fallverstehens im Spannungsfeld von Praxisbegründung und Sinnverstehen und diskutierte zentrale didaktische Herausforderungen von Hochschullehre: Fallauswahl, Studierende und KI-Einsatz. Insgesamt ergibt sich für die Didaktik des Fallverstehens die Herausforderung, Lernprozesse so zu gestalten, dass Studierende professionelles Handeln im Kontext unterschiedlicher Spannungsverhältnisse und unter Bedingungen von Heterogenität, offenen Fallstrukturen sowie Digitalisierung entwickeln können.
Susanne Iris Bauer (Hochschule Fulda) stellte zentrale Befunde der Perspektive „Experienced Involvement (EX-IN)“ vor bei der Peers (Menschen mit Psychiatrie Erfahrungen) in Teams mitarbeiten und einen Beitrag zur Unterstützung im Hilfeprozess leisten. Im Anschluss an die Ergebnisse stellt sich in Hinblick auf die Arbeit mit Fallen die Frage, welchen Beitrag Adresssat:innen zur Konstituierung und Bearbeitung von Fällen erbringen und wie diese aktiv, und jenseits struktureller Machtasymmetrien, in diesen Prozess einbezogen werden können.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Ergebnisse des Tages gebündelt und das nächste Treffen der Fachgruppe abgestimmt.
Die Durchführung der Veranstaltung an der Hochschule Fulda wurde durch den Fachbereich Sozialwesen der Hochschule sowie das CeSST (Centre of Research for Society and Sustainability) unterstützt.
Das nächste Treffen der Fachgruppe findet als ganztägige Veranstaltung in Präsenz im Juni 2026 statt. Die Abstimmung des finalen Termins: 12.06.2026 oder 19.06.2026 oder 26.06.2026 erfolgt über die Mailingliste (Foodle-Abfrage). Die Veranstaltung findet im RheinMain Gebiet (FUAS Frankfurt oder HS RheinMain) statt.
Für die Frühjahr-/Sommertagung 2026 ist folgendes Arbeitsthema geplant: „Grundfragen des Fallverstehens Sozialer Arbeit. Was verstehen wir unter sozialarbeiterischem / sozialpädagogischen Fall- und Sinnverstehen?“