Veröffentlichungen

Stellungnahmen

Stellungnahme zur Zensur von regimekritischen Artikeln durch die Verlagsgruppe Springer Nature in China

Wir nehmen mit großer Sorge zur Kenntnis, dass die Verlagsgruppe Springer Nature mehr als eintausend wissenschaftliche Artikel aus ihrem Fachzeitschriftenprogramm für die Leser_innen in China bewusst und willentlich unzugänglich gemacht hat. Wie zahlreiche Pressorgane berichten, werden dabei vor allem Artikel zu regimekritischen Themen wie Tibet, Taiwan, die Kulturrevolution oder den gewaltsam niedergeschlagenen Aufstand von Tiananmen Platz seit einiger Zeit in China über SpringerLink auf Betreiben des Verlages nicht mehr erreichbar gehalten. Der Verlag beruft sich in einer Stellungnahme auf „lokale Regularien“ und relativiert, dass dabei nur „weniger als ein Prozent“ seiner wissenschaftlichen Artikel betroffen seien.

Wir sind irritiert zu sehen, dass sich ein wissenschaftlicher Fachverlag aktiv an Zensur und Geschichtsverklärung beteiligt und sich dem Druck einer Regierung beugt. Durch dieses Vorgehen negiert der Verlag seine wissenschaftliche und gesellschaftliche Funktion und Verantwortung als Fachverlag und zerstört sein wichtigstes Gut: Das Vertrauen seiner Leser_innen und Autor_innen und seine akademische und gesellschaftliche Glaubwürdigkeit. Im Umgang mit autokratischen und autoritären Regimen macht genau dieses eine Prozent der kritischen Beiträge den entscheidenden Umgang mit Meinungs- und Redefreiheit aus.

Als Vorstand und Fachgesellschaft fordern wir den Verlag Springer Nature auf, diese neue Art von Publikationspolitik umgehend zu überdenken und seine publizistische und gesellschaftliche Verantwortung wieder an die erste Stelle seiner Prioritäten zu stellen. Gerade in Zeiten von wieder erstarkenden autoritären, nationalistischen und totalitären Regimes muss ein wissenschaftlicher Verlag seiner Verantwortung gerecht werden.

Wir richten diese Forderung auch an die zu Springer Nature gehörenden Verlagssparten Springer VS und Palgrave Macmillan. In diesen Sparten publizieren viele unserer Mitglieder und stehen nun vor der Situation, als Autor_innen und Forschende mit einem Verlag zusammenzuarbeiten, der die Interessen einer Regierung über die Interessen seiner Autor_innen und Vertragspartner_innen stellt und damit seine gesellschaftliche und publizistische Verantwortung negiert.

20. November 2017, für den Vorstand der DGSA:

Prof. Dr. Michaela Köttig und Prof. Dr. Barbara Thiessen

DGSA unterstützt den Science March Germany

„Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen.

Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes. Am 22. April 2017 werden deshalb weltweit Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind.

Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich an dieser weltweiten Demonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!“

Weitere Informationen auf: http://marchforscience.de/

Stellungnahme des Vorstands der DGSA zur aktuellen Situation in der Türkei

Insbesondere zum Umgang mit Hochschulangehörigen in der Türkei

Wir sind besorgt und entsetzt über die politischen Entwicklungen in der Türkei. Bereits vor dem Militärputsch hat der Druck auf die Wissenschaft zugenommen. Seit der Petition die hunderte Akademiker_innen in der Türkei verfasst haben mit der Aufforderung an die türkische Regierung, den bewaffneten Konflikt mit der verbotenen PKK im Südosten des Landes zu beenden, gelten sie als „Vaterlandsverräter“ und werden öffentlich als „Möchtegern-Akademiker“ diffamiert. Bereits damit begannen Entlassungen, Verhaftungen und Anklagen wegen Terrorpropaganda.  

Am 19.7. wurde die Entlassung von 1.577 Universitäts-Dekanen angeordnet. Universitätsangestellte dürfen nicht mehr ausreisen. Türkische Akademiker_innen, die im Ausland arbeiten, sollen zurückkommen. Wer nicht heimkehrt, macht sich verdächtig. Dies ist ein Generalverdacht gegen Wissenschaftler_innen und Intellektuelle.  

Wir fühlen uns mit den betroffenen Hochschulangehörigen tief verbunden und versichern ihnen unsere Solidarität. Mit Sorge sehen wir, wie mit einem Streich die langjährigen Kooperationen, Austauschbeziehungen und gemeinsamen Lehr- und Forschungsprojekte zwischen Deutschland und der Türkei in Gefahr geraten und aktuell akut verhindert werden. Gerade im Bereich der Sozialen Arbeit, die erst seit den 2000er Jahren systematisch in der Türkei aufgebaut wird, sind nun vielfältige Kooperationsprojekte in Gefahr.  

Wir rufen die türkische Regierung dazu auf, die Repressionen und Verfolgungen zu stoppen und die demokratisch legitimierte Freiheit von Forschung und Lehre in der Wissenschaft nicht einzuschränken.    

21. Juli 2016   Für den Vorstand:

Prof. Dr. Michaela Köttig

Prof. Dr. Barbara Thiessen      

Weitere Stellungnahmen siehe:  

www.hrk.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/meldung/hrk-praesident-protestiert-gegen-umgang-mit-hochschulangehoerigen-in-der-tuerkei-3999/  

www.eua.be/Libraries/press/eua-statement-condemning-the-forced-resignation-of-1577-university-deans.pdf


Stellungnahme der DGSA zur Psychotherapieausbildung

 

Stellungnahme der DGSA zum CHE-Hochschulranking

 

Stellungnahme des Fachbereichstages Soziale Arbeit (FBTS) zur Einsetzung des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR)

 

Stellungnahme der Vorstände der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA) und der Kommission Sozialpädagogik in der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE) zur Lage der Sozialen Arbeit an den bundesdeutschen Hochschulen

Mit der Stellungnahme reagieren die Vorstände aus den beiden für die Soziale Arbeit relevanten bundesdeutschen wissenschaftlichen Fachgesellschaften auf die Zuspitzung der Situation an den hiesigen Hochschulen. Soziale Arbeit kann aber nur auf Basis einer breiten wissenschaftlichen Basis und entsprechenden akademischen Ausbildung von professionellen Fachkräften erbracht werden. Daher ist diese wissenschaftliche Grundlegung der hochschulischen Ausbildung in den nächsten Jahren nachhaltig zu sichern und weiter auszubauen. Auf diese Forderung zielen die beiden Vorstände mit der beiliegenden Stellungnahme.