Fachgruppe

Sozial-ökologische Transformationen und Klimagerechtigkeit in der Sozialen Arbeit

Kontaktperson (Fachgruppensprecher*innen sind noch nicht gewählt):

Prof. Dr. Barbara Schramkowski, Duale Hochschule Baden-Württemberg Villingen-Schwenningen

Kontakt: barbara.schramkowski(at)dhbw-vs.de

Ziele und inhaltliche Schwerpunkte

Die Fachgruppe besteht seit April 2021 und ist noch im Aufbau, so dass inhaltliche Schwerpunkte noch in der Entwicklung sind.

Das Ziel sozialökologischer Transformation ist den Aufbau einer lebensfähigen und lebenswerten Gesellschaft mit Beziehungen, Strukturen und Wirtschaftsformen zu fördern, welche die Bedürfnisse von Menschen, Gesellschaft und Natur erfüllen helfen, statt ihre Grundlagen weiter systematisch zu zerstören. Dies spannt im Kontext der Sozialen Arbeit ein breites Feld auf, das eine theoretische Durchdringung, neue Methoden und Konzepte sowie Konkretisierung durch praktische Beispiele der sozialökologischen Wende erfordert. Diese Perspektive zu stärken ist auch mit Blick auf die vorherrschende technisch-physikalische Ausrichtung der Klima- und Transformationsdiskurse notwendig, die sozialwissenschaftliche Analysen des Zusammenhangs von sozialen und ökologischen Problemlagen weithin unbeleuchtet lassen.

Ein wesentlicher Zugang zu sozialökologischen Transformationen ist die Perspektive der sozialen Gerechtigkeit, die in der Sozialen Arbeit seit jeher eine zentrale Rolle spielt und die auf das Konzept von ‚Klimagerechtigkeit‘ auszuweiten ist. Oder umgekehrt: Ein Fokus Sozialer Arbeit liegt auf der Analyse und Bearbeitung sozialer Ungleichheitsverhältnisse, die durch die ökologischen Krisen verstärkt werden. U.a. steht intergenerativen Gerechtigkeit im Fokus und die parteiliche Stärkung der Positionen von jungen Menschen. Hier hat das Bundesverfassungsgericht in seinem Beschluss vom 24. März 2021 auf die Gefährdung von Freiheits- und Sicherheitsrechten der jüngeren Generationen im Hinblick auf eine lebenswerte Zukunft aufmerksam gemacht und die Exekutive aufgefordert, in diesem Sinne politische Entscheidungen für den Klimaschutz nachzujustieren.

Genauso ist auch Soziale Arbeit gefragt, bestehende Positionen zu hinterfragen. So sind systemische Ansätze mehrheitlich auf soziale Beziehungen und das unmittelbare sozialräumliche Umfeld des Menschen ausgerichtet. So ist die Wahrnehmung von ‚Umwelt‘ bislang nur auf menschliche, kulturelle, und soziale Umfelder ausgerichtet, während ökologische Systeme bzw. mehr-als-menschliche Naturräume noch kaum Berücksichtigung finden. Gleichzeitig kann Soziale Arbeit die vielfältigen bestehenden (handlungs-)theoretischen Ansätzen in Theorie und Profession aufgreifen und um eine ökologische Perspektive (weiter-)entwickeln und erweitern.

Die Fachgruppe möchte einen ökozentrierter Paradigmenwechsel anstoßen, der Ökologie als Querschnittsaufgabe Sozialer Arbeit perzipiert. Hierfür ist es entscheidend, dass Interdependenzen zwischen Individuum, Gesellschaft und der Vergesellschaftung von menschlichen und nicht-menschlichen Naturverhältnissen auch in den Mittelpunkt ihrer Professionalität rücken. Dementsprechend gilt es das aktuelle „Klimaregime“ als Macht- und Gewaltverhältnis in die Kritik zu nehmen und Visionen menschen- und naturfreundlicher gesellschaftlicher Regeneration und Transformation zu unterstützen und (weiter) zu entwickeln. Deshalb wird politische und aktivistische Arbeit in der Fachgruppe explizit mitgedacht, etwa in Kooperation mit Sozialverbänden und Klimagerechtigkeitsgruppen. Weitere Ziele sind die Stärkung der Sprachfähigkeit von Sozialarbeitenden zu Umwelt- und Klimakrisen, die Verankerung des Themas in Curricula von Studiengängen zur Sozialen Arbeit ebenso wie ein Hinwirken auf die Aufnahme der Rechte nichtmenschlicher Lebewesen in der Professionsethik.

Arbeitsformen

Ziel ist ein Präsenztreffen pro Jahr sowie weitere digitale Austauschtreffen, die aktuell ca. alle 8 Wochen stattfinden. Termine könnten bei den Fachgruppensprecher*innen erfragt werden. Darüber hinaus werden Informationen über eine Mailingliste ausgetauscht; zudem wird eine Online-Plattform zum ‚Wissens-Sharing‘ aufgebaut.

Neue aktive Mitglieder sind herzlich willkommen. Bei Interesse an einer Mitarbeit u.a. kontaktieren Sie gerne die Sprecher*innen.